Berliner Verkehrssenatorin "Wir möchten, dass die Menschen ihr Auto abschaffen"

Autos raus aus Berlin - das fordert Verkehrssenatorin Regine Günther in drastischer Deutlichkeit. Der öffentliche Nahverkehr soll Vorrang haben.

Berliner Umweltsenatorin Regine Günther
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Berliner Umweltsenatorin Regine Günther


"Je weniger Autos auf der Straße, desto mehr Platz für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind": Das sagt die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther laut einem Bericht des "Tagesspiegels". Günther ist parteilos, sitzt aber für die Grünen im Senat der Hauptstadt.

Geht es nach Günther, sollen die Menschen angesichts überlasteter Straßen statt mit dem Auto künftig mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder Carsharing-Angeboten unterwegs sein.

"Wir möchten, dass die Menschen ihr Auto abschaffen", sagte Günther. Sie wies darauf hin, dass das alte Mobilitätskonzept von einer autogerechten Stadt inzwischen an seine Grenzen stoße.

Dort wo derzeit noch Autos die Straßen verstopfen, sollen Günther zufolge Grünflächen und Wohnungen entstehen. Die Anzahl der Autos soll demnach drastisch reduziert werden, die Stadt vertrage nicht noch mehr Pkw.

Nahverkehr soll Vorrang haben

Günther erklärte, ihr Ziel sei, dem Nahverkehr künftig Vorrang einzuräumen und im Zuge des kürzlich beschlossenen Nahverkehrsplans 28 Milliarden Euro in die Züge der S- und U-Bahnen zu investieren, die Strecken auszubauen sowie Taktungen zu erhöhen. Der Busverkehr solle zudem bis 2030 komplett elektrifiziert werden, um die Luftqualität Berlins zu verbessern.

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Die Hälfte der 45 Verkehrstoten in Berlin im vergangenen Jahr waren Radfahrer und Fußgänger. Solche Zahlen will Günther nach eigenen Worten nicht mehr hinnehmen. Sie forderte, das Mittelständler und Spediteure ihre Lkw freiwillig mit sogenannten Abbiegeassistenten ausrüsten. Die Systeme warnen Lkw-Fahrer vor nahenden Verkehrsteilnehmern.

cfr

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insgesamt 174 Beiträge
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shanghai_ich 01.03.2019
1. Also, Berlin hat ja ein die Flugzeuge aus der Stadt ...
Gehalten ( Stichwort Willy-Brandflughafen), dann ist es nur konsequent, dass die Autos als nächstes dran sind. Ich komme 2029 dann Mal mit einer Dresine vorbei?
mullertomas989 01.03.2019
2. Gute Frau!!
So sollte es schon lange sein!! Stattdessen hat sich jahrzehntelang die Autolobby durchgesetzt! Berlin jedoch kann das neue Madrid werden! Nur noch Taxis, Busse, Anwohner, Zulieferer sowie Einsatzwagen können in die City!! Wichtig von dem was sie sagte, ist auch besonders die Taktung des ÖPNV! Wir brauchen einfach mehr Busse und Züge!!
muunoy 01.03.2019
3. Ein sehr deutliches Statement des Versagens
Besser kann die Dame ihr eigenes Versagen nicht zum Ausdruck bringen. Berlin hat es versäumt, die Infrastruktur der wachsenden Bevölkerung anzupassen. Und dies, obwohl viele Bürger in anderen Bundesländern das Geld erwirtschaften müssen, was im Crazy Town verballert wird. Die Dame solle sich mal dazu äußern, wer ihrer Meinung nach denn aufs Auto angewiesen ist. Der allergrößte Teil aller Fahrten mit dem PKW wir unternommen, um Steuern zu erwirtschaften. Sind diese Fahrten unnötig? Autofahrten von Politikern sind dagegen unnötig. Die verballern das Geld, was andere erwirtschaften müssen. Also, zunächst sollten sämtliche Dienstwagen von Stadt und Land Berlin abgeschafft werden. Der BT-Fahrdienst gehört auch abgeschafft. Und ich hoffe doch, dass die Verkehrssenatorin schon lange nicht mehr mit dem Auto fährt.
marialeidenberg 01.03.2019
4. Da hat sie sich aber etwas vorgenommen
Wenn sie Ersatz schaffen will - und das muss sie - dann muss ein ÖPNV mit einer Leistungsdichte her, wie sie bislang kaum vorstellbar ist. Alle, wirklich alle Spielarten von Kollektiv-Taxis bis zu bedarfsbussen bis in die verwinkeltesten Villenvororte hinein überfallsicher darzustellen, das wäre die Aufgabe.
harald441 01.03.2019
5. Niemand hindert die Verkehrssenatorin
daran auf ihr eigenes Auto zu verzichten, und wenn die Berliner sehen, daß das gut ist, dann werden sie ihr freiwillig nacheifern. Aber sie soll aufhören uns in typisch altdeutscher Manier ständig zu schulmeistern. Jeder Berliner ist selbst in der Lage zu entscheiden, wie er sich zu seinem Arbeitsplatz und überhaupt durch Berlin bewegt.
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