Berliner Verkehrssenatorin "Wir möchten, dass die Menschen ihr Auto abschaffen"

Autos raus aus Berlin - das fordert Verkehrssenatorin Regine Günther in drastischer Deutlichkeit. Der öffentliche Nahverkehr soll Vorrang haben.
Berliner Umweltsenatorin Regine Günther

Berliner Umweltsenatorin Regine Günther

Foto: Jörg Carstensen/ picture alliance/dpa

"Je weniger Autos auf der Straße, desto mehr Platz für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind": Das sagt die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther laut einem Bericht des "Tagesspiegels" . Günther ist parteilos, sitzt aber für die Grünen im Senat der Hauptstadt.

Geht es nach Günther, sollen die Menschen angesichts überlasteter Straßen statt mit dem Auto künftig mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder Carsharing-Angeboten unterwegs sein.

"Wir möchten, dass die Menschen ihr Auto abschaffen", sagte Günther. Sie wies darauf hin, dass das alte Mobilitätskonzept von einer autogerechten Stadt inzwischen an seine Grenzen stoße.

Dort wo derzeit noch Autos die Straßen verstopfen, sollen Günther zufolge Grünflächen und Wohnungen entstehen. Die Anzahl der Autos soll demnach drastisch reduziert werden, die Stadt vertrage nicht noch mehr Pkw.

Nahverkehr soll Vorrang haben

Günther erklärte, ihr Ziel sei, dem Nahverkehr künftig Vorrang einzuräumen und im Zuge des kürzlich beschlossenen Nahverkehrsplans 28 Milliarden Euro in die Züge der S- und U-Bahnen zu investieren, die Strecken auszubauen sowie Taktungen zu erhöhen. Der Busverkehr solle zudem bis 2030 komplett elektrifiziert werden, um die Luftqualität Berlins zu verbessern.

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Die Hälfte der 45 Verkehrstoten in Berlin im vergangenen Jahr waren Radfahrer und Fußgänger. Solche Zahlen will Günther nach eigenen Worten nicht mehr hinnehmen. Sie forderte, das Mittelständler und Spediteure ihre Lkw freiwillig mit sogenannten Abbiegeassistenten ausrüsten. Die Systeme warnen Lkw-Fahrer vor nahenden Verkehrsteilnehmern.

cfr
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