"Bild"-Bericht Regierung rückt von Kürzung der Abwrackprämie ab

Die Abwrackprämie wird nun offenbar doch nicht ab Juni verringert. Die Bundesregierung will laut "Bild"-Zeitung stattdessen die Gesamtausgaben auf vier Milliarden Euro begrenzen - und hofft, damit bis zum Jahresende durchzukommen.


Berlin - Es läuft und läuft und läuft: Das Verwirrspiel um die Abwrackprämie geht in die nächste Runde. Mit ihrer Ankündigung, die Prämie nur noch bis Ende Mai in voller Höhe auszuzahlen, hatte die Bundesregierung zunächst einen Massenansturm auf die Online-Anträge ausgelöst. Technische Pannen trugen zum Chaos bei. Jetzt aber wechselt Berlin erneut den Kurs, glaubt man der "Bild"-Zeitung: Demzufolge will die Regierung die Abwrackprämie nun doch nicht ab Juni kürzen, sondern die Gesamtausgaben deckeln.

Verschrottete Autos: Das Abwrack-Chaos geht weiter
DDP

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Wie das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, wolle das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen, die Prämie für die Verschrottung eines Altautos beim Kauf eines Neuwagens bei 2500 Euro zu belassen. Allerdings sollten die Gesamtausgaben auf vier Milliarden Euro begrenzt werden. Die Prämie solle "kein Fass ohne Boden werden", hieß es laut "Bild" in Regierungskreisen.

Erst Ende März hatte die Bundesregierung die Verlängerung der Abwrackprämie beschlossen. Doch die Einführung des Online-Antrags führte zugleich zu einem Massenansturm: Innerhalb weniger Tage wollten sich mehr als eine Million Deutsche die 2500 Euro sichern. Am Donnerstag wurde dann bekannt, dass die von den drohenden Kosten alarmierte Regierung die Prämie ab Juni um bis zu 50 Prozent kürzen wolle. Nun erfolgt offenbar der erneute Richtungswechsel.

Derzeit nähert sich die Zahl der Anträge und Reservierungen schon der Marke von 1,2 Millionen, was die Ausgaben auf mindestens drei Milliarden Euro treibt. Bislang hat die Regierung aber nur 1,5 Milliarden Euro im Etat 2009 eingeplant, was für 600.000 Prämien reicht. Laut "Bild"-Zeitung werde in der Großen Koalition kalkuliert, dass vier Milliarden Euro etwa bis zum Jahresende ausreichten.

mbe/dpa/AFP



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