Billige Neuwagen Zwölf unter Zehntausend

Mehr als 25.000 Euro geben die Deutschen durchschnittlich für ein Auto aus, auch Kleinwagen werden immer teurer. Dabei geht es auch billiger: Es gibt überraschend viele Neuwagen, die weniger als 10.000 Euro kosten. Hier sind zwölf Schnäppchen.


Beim Thema Auto lassen sich die deutschen Kunden nicht lumpen. Der Durchschnittspreis, der in den ersten fünf Monaten dieses Jahres für einen Neuwagen hierzulande gezahlt wurde, lag bei 25.740 Euro, wie eine Studie der Universität Duisburg-Essen ermittelt hat. Damit gaben die deutschen Autokäufer 827 Euro mehr pro Auto aus als noch im Vorjahr.

Wie zu erwarten, griffen vor allem die Kunden der drei Marken Mercedes (Durchschnittspreis 41.065 Euro), BMW (39.898 Euro) und Audi (36.281 Euro) besonders tief in die Taschen bei der Bestellung eines neuen Autos. Am Ende der Skala der nach Marken geordneten Durchschnittspreise steht der Smart. Die Käufer dieser Mini-Zweisitzer gaben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Schnitt 11.847 für ihr neues Smart-Modell aus. Das klingt auf den ersten Blick billig, doch dafür gibt es auch eher wenig Auto fürs Geld.

Zumal andere sogar Viersitzer für einen noch mal günstigeren Preis anbieten. Eine Recherche von SPIEGEL ONLINE ergab, dass derzeit 15 Modelle von zwölf Herstellern für weniger als 10.000 Euro angeboten werden. In Kürze werden drei neue Typen von drei Marken aus dem VW-Konzern dieses Angebot bereichern, nämlich der VW Up, der Seat Mii und der Skoda Citigo, die allesamt auf der gleichen technischen Basis gründen und in den jeweiligen Basisversionen unter 10.000 Euro kosten sollen.

Können diese neuen, kleinen und vergleichsweise billigen Autos den Trend zu immer höheren Ausgaben beim Autokauf stoppen? Immerhin sind die meisten von ihnen vollwertige und rundum alltagstaugliche Fahrzeuge.

Dennoch sind die Chancen dafür gering. Denn ungeachtet der Zahlen von einigen Trendstudien, die die Abkehr vom Auto als Statussymbol feststellen, ist die Bereitschaft, Geld für ein Auto auszugeben, stetig gestiegen. 1980 noch lag der Durchschnittspreis eines Neuwagens hierzulande bei umgerechnet 8420 Euro - bei damals 13 Prozent Mehrwertsteuer. Zehn Jahre später lag die Mehrwertsteuer bei 14 Prozent und der Neuwagen-Durchschnittspreis bei 15.340 Euro. Und im Jahr 2000 überschritt der Wert erstmals die 20.000-Euro-Grenze (bei damals 16 Prozent Mehrwertsteuer).

Die Entwicklung lässt sich nur zum Teil mit den allgemeinen Preissteigerungen begründen. Denn schon in der Kompaktklasse geben sich die Kunden nur noch selten mit dem Grundmodell zufrieden. Auch die langen Aufpreislisten hätten sich kaum etabliert, wenn die Nachfrage danach nicht vorhanden wäre.

Ein weiteres Indiz ist der Gebrauchtwagenmarkt: Ein Auto ohne Extras ist inzwischen kaum noch zu verkaufen. Wer seinerzeit etwa auf eine Klimaanlage, ein CD-Radio oder die Metallic-Lackierung verzichtet hat, muss heute überdurchschnittliche Abschläge hinnehmen.

Mitarbeit: Markus Bruhn



insgesamt 77 Beiträge
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nemesis001 07.10.2011
1. Der Beste Satz des Artikels:
"Denn ungeachtet der Zahlen von einigen Trendstudien, die die Abkehr vom Auto als Statussymbol feststellen, ist die Bereitschaft, Geld für ein Auto auszugeben, stetig gestiegen." Die Deutschen sind und bleiben die Deutschen! Ungeachtet einiger Ökos und anders Denkender. Die meisten Menschen stellen eben fest: Ein eigenes Auto ist besser als eine eigene Jahrskarte für den ÖPNV und wenn schon Auto, dann auch gleich ein richtiges.
Hovac 07.10.2011
2. Wie
sieht es aus wenn die gewerblichen Zulassungen da raus sind? Immerhin findet über die hälfte der BMWs seinen privaten Halter erst nach einer Gewerbezeit. Dabei würde man wohl sehen das die 10.000€ Klasse nicht unbekannt ist.
chrome_koran 07.10.2011
3. Merkwürdig
> "Auch die langen Aufpreislisten hätten sich kaum etabliert, > wenn die Nachfrage danach nicht vorhanden wäre." Seit wann besteht eine Nachfrage nach langen Aufpreislisten?
mat_1972 07.10.2011
4. ...
Schlicht und einfach runtergebrochen: Jaja, der Deutsche und sein Auto. Beendet endlich diese Farse mit den gesponsorten Firmenwagen und schaut mal nach, was die Kollegen dann noch so fahren. Da wird der Vollausgestattete Audi A4 schnell mal gegen einen Standard Golf getauscht. (Oder noch eine Stufe tiefer). Wer sich einmal ohne Vorurteile z.B. einen Kia Pro´Ceed in "Vollausstatung" angesehen hat weiss, was preislich möglich ist. Aber das ist ja nur ein Koreaner....
nordwind32 07.10.2011
5. Das wichtigste Modell fehlt!
Den in der Kleinwagenklasse preiswertesten Wagen haben Sie nicht aufgeführt: Daihatsu Cuore Der Wagen lässt sich im Alltag problemlos mit weniger als 4,8 l/100km bewegen. Normverbrauch sind 4,4 l/100km.
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