Biosprit Was E10 im Motor anrichten kann 

Der umstrittene E10-Kraftstoff wird an den Tankstellen gemieden - und Millionen Autofahrer verweigern sich zu Recht. Die Motoren ihrer Fahrzeuge vertragen den Sprit mit erhöhtem Ethanol-Anteil nicht. Das Problem: Eine einfache Regel, etwa das Alter des Autos, gibt es nicht.

E10 an der Tankstelle: Die Angst vor dem Biosprit ist nicht immer unberechtigt
DPA

E10 an der Tankstelle: Die Angst vor dem Biosprit ist nicht immer unberechtigt


Die gute Nachricht: rund neun von zehn Autos in Deutschland - genauer gesagt 93 Prozent - sollen den E10-Kraftstoff problemlos vertragen. Die schlechte Nachricht: rund drei Millionen Autos sollte man mit dem vermeintlich umweltfreundlicheren Sprit besser nicht betanken, sonst drohen mitunter schwere Schäden am Motor.

Das Problem ist, dass es keine einfache Regel gibt, welcher Motor mit dem erhöhten Ethanol-Anteil zurechtkommt. Das Alter ist kein Kriterium: Nicht nur Uralt-Wagen, die ohnehin bald auf dem Schrottplatz landen, können Ärger mit dem E10-Sprit bekommen, sondern auch relativ neue Autos, vorzugsweise solche mit FSI-Motoren. Wer es genau wissen will, muss die Verträglichkeitsliste der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) konsultieren, die wiederum auf Informationen der Fahrzeughersteller beruht.

Das "Bio-Super" E10 enthält bis zu zehn Prozent Bioethanol, das aus Rüben, Mais oder Weizen gewonnen wird. Das bedeutet nicht nur, dass der Treibstoff einen geringeren Energiegehalt hat, was den Gesamtverbrauch um einige Prozent in die Höhe treibt. Bei manchen Autos kann es auch zur Korrosion von Aluminiumteilen kommen - nach Angaben des ADAC schon nach der ersten Benutzung. Der Grund ist, dass bei hohem Druck und hohen Temperaturen sogenannte Alkoholate entstehen, die das Aluminium angreifen können. Deshalb raten die Experten im Falle einer irrtümlichen E10-Betankung, den Motor nicht zu starten, sondern sicherheitshalber den Tank leerpumpen zu lasen.

Potentiell gefährdet sind auch Dichtungen und Leitungen, die durch den erhöhten Ethanolanteil spröde werden können. Besonders bedrohlich sind Leckagen im Kraftstoffsystem: Hier kann es im Extremfall zum Brand kommen.

mbe



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Seite 1
benlo 05.03.2011
1. Gefährlich
Das Problem ist doch die schlechte Information seitens der Autohersteller - mein Polo Baujahr '98 taucht nicht in den mir bekannten Listen auf, bei Anruf der VW-Hotline bekomme ich ein lapidares "öh ja, das müsste gehen". Das ist mir zuwenig. Zumal ich aufgrund dieser Aussage einen Totalschaden - Motordefekt - riskiere. Spiel mit dem Feuer - kann ich mir wirtschaftlich nicht leisten.
justben 05.03.2011
2. sachlich bleiben
Ich denke die unsicherheit der Kraftfahrer wäre halb so stark wenn die Medien sachlich berichten würden. Sicher gehören zu einem solchen Bericht die zweifellos vorhandenen Nachteile und Risiken. Aber schon in der überschrift auf ein Horrorszenario abzustellen das auftritt wenn man sich mal vertankt halte ich für übertriebene Panikmache - man macht E10 noch toter als es eh schon ist. Wichtig sind einerseits die Quelle bei der man rausfindet ob das eigene Auto E10 verträgt und die Nachteile die der Kraftstoff auch für kompatible Fahrzeuge hat.
Forenleser 05.03.2011
3. na und
Zitat von benloDas Problem ist doch die schlechte Information seitens der Autohersteller - mein Polo Baujahr '98 taucht nicht in den mir bekannten Listen auf, bei Anruf der VW-Hotline bekomme ich ein lapidares "öh ja, das müsste gehen". Das ist mir zuwenig. Zumal ich aufgrund dieser Aussage einen Totalschaden - Motordefekt - riskiere. Spiel mit dem Feuer - kann ich mir wirtschaftlich nicht leisten.
das interessiert unsere Politker überhaupt nicht. Wer sich es nicht leisten kann, der soll sein Auto stehen lassen. Das freut die Regierung und die Grünen. PS: Wieviel Wälder müssen abgeholzt werden, damit man das anbauen kann, woraus das Bioethanol besteht. Weg mit den Bäumen, her mit dem unnötigen Sprit. Hauptsache nach aussen sieht alles gut aus
smaxx 05.03.2011
4. .
Zitat von benloDas Problem ist doch die schlechte Information seitens der Autohersteller - mein Polo Baujahr '98 taucht nicht in den mir bekannten Listen auf, bei Anruf der VW-Hotline bekomme ich ein lapidares "öh ja, das müsste gehen". Das ist mir zuwenig. Zumal ich aufgrund dieser Aussage einen Totalschaden - Motordefekt - riskiere. Spiel mit dem Feuer - kann ich mir wirtschaftlich nicht leisten.
Da wäre es doch mal interessant wie die Rechtslage hierzu ist: Ein Autohersteller der sagt: E10? Geht! Ein ADAC der a.g. Herstellerangaben sagt: E10? Geht! Ein Mineralölkonzern der sagt: E10? Kein Problem! Eine Politik die sagt: E10? Geht! Ein Verbraucher der E10 tankt, und ein Motor der die Flügel streckt. Totalschaden mit bspw. 10.000Euro Schaden... Wen verklage ich jetzt?
Korowjew 05.03.2011
5. .
Informationen, die von den Fahrzeugherstellern stammen, also von denjenigen, die von einer kürzeren Lebensdauer der Fahrzeuge profitieren würden, sind nichts wert.
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