Blitz-Marathon Polizei erwischt Raser ohne Führerschein

Beim vierten bundesweiten Blitz-Marathon verschärft die Polizei die Jagd auf Raser. Zwar wussten die meisten Autofahrer von den Kontrollen. Einige Unbelehrbare sind dennoch ins Netz gegangen.

Polizistin mit Radarlaserpistole
DPA

Polizistin mit Radarlaserpistole


Tausende Polizisten haben beim Blitz-Marathon in Deutschland Verkehrssünder angehalten. In Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen und weiteren Bundesländern dauern die Geschwindigkeitskontrollen von Auto- und Lastwagenfahrern noch an.

"Die Lage ist wie jedes Jahr sehr ruhig. Die meisten Leute wissen vom Blitz-Marathon und wenige fahren zu schnell", sagte der Leiter der Verkehrsinspektion der Polizei Essen, Manfred Schröder. Rund drei Prozent der kontrollierten Fahrzeuge waren beim Blitz-Marathon 2015 mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs.

Gemessen wird mit Radar- und Lasermessgeräten. Zusätzlich sind Videofahrzeuge der Polizei und zivile Polizeiautos auf den Straßen unterwegs. An welchen Stellen die Beamten blitzen, wurde vorab veröffentlicht. "Trotzdem ist es dem einen oder anderen egal oder entgangen", sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD).

Blitzen für mehr Verkehrssicherheit

So geriet etwa in Mönchengladbach ein Lastwagenfahrer aus Bayern mit dem Handy am Ohr in eine Kontrolle. Am anderen Ende war sein Disponent, der ihn per Telefon vor dem Blitz-Marathon warnen wollte.

Besonders kräftig aufs Gaspedal getreten hatte ein 35 Jahre alter Autofahrer, den die Polizei auf der B54 im Kreis Borken erwischte: Die Laserpistole zeigte 179 km/h statt der erlaubten 100 an. Der Fahrer hatte zudem keinen Führerschein - und eine offene Strafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Höhepunkt in Berlin war bis zum Mittag eine Kontrolle im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, bei der ein getuntes Auto mit 80 km/h geblitzt wurde, sagte eine Polizeisprecherin. Dem Fahrer wird ein Punkt in Flensburg eingetragen, außerdem muss er 80 Euro Strafe zahlen.

Video: Blitz-Marathon in Berlin

Geschwindigkeitskontrollen retten Leben

In Nordrhein-Westfalen ist der Blitz-Marathon seit 2010 ein Baustein der Strategie für mehr Verkehrssicherheit. Belief sich die Zahl der Verkehrstoten infolge überhöhter Geschwindigkeit 2011 noch auf 235 Verkehrstote, waren es im vergangenen Jahr 159.

"Geschwindigkeitskontrollen retten Leben. Denn nur ein paar km/h können den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD). "Wer behauptet, das sei reine Abzocke und ein PR-Gag, der hat sich noch nie ernsthaft mit den dramatischen Folgen schwerer Verkehrsunfälle auseinandergesetzt."

Nicht beim Blitz-Marathon dabei sind in diesem Jahr Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland. Im Oktober 2013 fand die in NRW ins Leben gerufene Aktion zum ersten Mal bundesweit statt. International wird in diesem Jahr in 23 europäischen Staaten geblitzt.

mhu/dpa



insgesamt 62 Beiträge
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cor 21.04.2016
1. Verdient.
"Der Fahrer hatte zudem keinen Führerschein - und eine offene Strafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis." Aber mit Ansage...also dem ist dann wohl auch nicht mehr zu helfen.
spon-facebook-10000015195 21.04.2016
2. 80 € und ein Punkt
Wenn ich diese niedlichen Bußgelder wieder lese, ist es kein Wunder dass viele den Drang haben etwas zügiger zu fahren.
GungaDin 21.04.2016
3. Fraglich,
ob sich Aufwand und Ergebnis rechnen. Angesichts der Personalknappheit bei der Polizei eine eher überflüssige Veranstaltung.
freie.fahrt 21.04.2016
4. Einhaltung technisch sicherstellen
Wenn in den Autos selbst eine automatische Beschränkung der Geschwindigkeit auf den jeweils gültigen Wert wirksam wäre, würde das eine wesentliche Verbesserung bewirken. Also so, dass das Auto einfach nicht schneller fährt als jeweils zulässig. Technisch wäre das leicht umsetzbar. Eine dahingehende Ausstattungsvorschrift für Kfz würde viele Leben retten.
Phil41 21.04.2016
5.
in deutschland wird jeder Schei** reguliert aber bis heute schaffen es die politiker nicht, eine der statistisch gefährlichsten dinge, die die menschen hier machen, auto fahren, gescheit zu regulieren. es muss endlich ein deutsclandweites tempolimit eingeführt und strafen massiv angehoben werden. nur dann wird sich wirklich was verbessern. statt dessen werden milliarden für die "terrorbekäpfung" in den sand gesetzt und die statistische wahrscheinlichkeit in deutschland bei einem "terroranschlag" zu sterben, lag in den letzten jahren liegt nach wie vor bei 0%. und das haben wir sehr sich nicht unseren unfähigen "sicherheitsbehörden" zu verdanken.
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