BMW-Chef Zipse "Das Auto ist zu Recht umstritten"

BMW-Chef Zipse äußerte auf einem Automobilgipfel Verständnis für eine kritische Haltung zum Auto. Gerade in Innenstädten könne man häufig auf den Pkw verzichten.

BMW-Chef Zipse äußert sich skeptisch zum Auto
Uwe Anspach/ DPA

BMW-Chef Zipse äußert sich skeptisch zum Auto


Bei einem Branchentreffen zeigte der neue BMW-Vorstand Oliver Zipse Verständnis für die derzeitige Kritik am Auto. Als Transportmittel gäbe es in vielen Fällen genug Alternativen, sagte er. Ganz verzichten könne man auf das Auto aber dennoch nicht.

"Wer in einer Stadt oder Großstadt mit sehr guter Infrastruktur wohnt, der kann auch ohne Automobil sein", sagte der seit August amtierende BMW-Vorstandschef auf einer Branchenveranstaltung des "Handelsblatts" in Stuttgart. "Wenn Sie in den Innenstadtkern wollen, dann haben Sie dafür vielfältigste Alternativen, das eigene Auto ist sogar in diesem Fall zu Recht umstritten", sagte der Manager.

Trotzdem sei das Auto nicht aus der Gesellschaft wegzudenken. "In vielen Anwendungsfällen und Weltregionen ist das Auto sogar das einzige massentaugliche Verkehrsmittel, das mit vertretbarem Aufwand über größere Distanzen von Haustür zu Haustür funktioniert", sagte Zipse.

ÖPNV in Städten oft gut ausgebaut

In Europa und den USA wohnen laut Zipse nur ein Prozent der Einwohner in super-urbanen Räumen. Dort seien Mobilitätsangebote wie öffentlicher Nahverkehr in aller Regel gut ausgebaut. Auch in China lebe die Mehrzahl der Bevölkerung nicht in Großstädten, sagte Zipse.

Dennoch könne es auch für Großstadtbewohner gute Gründe für ein eigenes Auto geben, etwa wegen stärkerer Privatsphäre oder weil ein komfortables Fortbewegungsmittel auch über die Stadt hinaus gefragt sei. Für Familien mit Kindern außerhalb der Innenstadtkerne sei das Auto oftmals die beste Alternative, sagt Zipse.

BMW in der Kritik

Laut einer Untersuchung des Verkehrsministeriums ist das Auto in Deutschland das wichtigste Verkehrsmittel. Der Untersuchung zufolge werden in Deutschland 43 Prozent der Wege mit Auto oder Motorrad zurückgelegt.

BMW war zuletzt in die Kritik geraten, weil der Autohersteller seinen Kunden die Nachrüstung von Abgasreinigungssystemen sowie eine Kostenübernahme dafür verweigert. Mit solchen Systemen könnten auch ältere Diesel in die zahlreichen Fahrverbotszonen in deutschen Städten einfahren.

cfr/dpa

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