BMW M3 Coupé Volle Deckung

Mit Motoren unter dem Schlagwort "effiziente Dynamik" sammelte BMW in der CO2-Debatte Pluspunkte. Doch die Bayern verpulvern das Guthaben gleich wieder. Denn jetzt wurden die Daten des künftigen BMW M3 Coupé bekannt. Ein Fest für Leistungsfetischisten.


Damit gleich klar ist, worum es eigentlich geht, ein paar Eckdaten vorweg. Ab 15. September wird BMW ein Auto zu den Händlern stellen, das die Münchner als "Hochleistungssportwagen mit einzigartigem Charakter" beschreiben. Es handelt sich um das neue M3 Coupé mit einem 4-Liter-V8-Motor der 420 PS entwickelt, ein maximales Drehmoment von 400 Nm bereitstellt, im Schnitt 12,4 Liter je 100 Kilometer verbrennt und dabei 295 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus dem Auspuff jagt.

Während man aus der Perspektive der Vernunft, der Pragmatik und auch der Nächstenliebe diesem Auto skeptisch bis ablehnend begegnen muss, hat die inzwischen vierte Generation des M3 in technischer Hinsicht manch Erstaunliches zu bieten. So handle es sich laut BMW beim völlig neuen Motor um ein aus der Formel 1 abgeleitetes Aggregat, das dem so genannten "Hochdrehzahlkonzept" folgt. Das bedeutet, dass die Maschine eine Maximaldrehzahl von 8400 Umdrehungen pro Minute erreicht - ein Wert, der bei fast allen anderen Autos nicht einmal mehr als roter Bereich vorgesehen ist.

Eine Weltneuheit hat der M3 auch zu bieten: Er ist nämlich das erste Serienfahrzeug im Segement, wie BMW formuliert, das mit einem Kohlefaserdach daherkommt. Die Ingenieure wählten das extrem steife und dabei leichte Material, um das Fahrzeuggewicht insgesamt zu senken und damit zugleich den Fahrzeugschwerpunkt abzusenken. Damit der Hightechaufwand auch entsprechend goutiert wird, ist das Dach in Sichtoptik ausgeführt - die Kohlefaser wird also nicht wie das übrige Auto lackiert. Auf dem Parkplatz oder in der Boxengasse ist also das erste Gesprächsthema schonmal klar.

Dreikampf BMW-Audi-Mercedes wird neu eröffnet

Über die Feinheiten des Fahrens dieses Autos lässt sich derzeit noch nichts berichten. Einzige Anregung für die Phantasie sind zwei Zahlen, die BMW mitgeteilt hat. Die Höchstgeschwinigkeit ist elektronisch auf 250 km/h limitiert, das Beschleunigungsvermögen ausreichend, um den neuen M3 in 4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 zu hetzen. Auch den Preis haben die Bayern bereits bekanntgegeben, er liegt bei 66.650 Euro. Damit bleibt der BMW M3 unter dem mit einem ebenfalls 420 PS starken V8-Motor bestückten, allerdings viertürigen Audi RS4, für den 71.700 Euro berechnet werden.

Offiziell wird das neue BMW M3 Coupé auf der IAA in Frankfurt Anfang September vorgestellt. Möglich, dass auf der gleichen Veranstaltung auch Mercedes vorstellig wird mit der AMG-Version der eben erst präsentierten, neuen C-Klasse. Dann wäre das Trio-Infernale der Mittelklasse wieder komplett. Und das Märchen vom Sportwagen, der sich im Alltag so prima nutzen lässt und darüber hinaus auch noch umweltverträglich sei, erhielte ein weiteres Kapitel.

jüp



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