BMW M3 Limousine M wie mehr

BMWs Verkaufsschlager M3 gibt es bisher lediglich in einer zweitürigen Coupé-Version. Im kommenden Frühjahr bringt die Münchner Tuningschmiede M GmbH eine Limousinen-Version auf den Markt, auch ein Kombimodell ist nicht ausgeschlossen.


Bei der der BMW-eigenen Tuningschmiede M GmbH herrscht derzeit rege Betriebsamkeit, denn das Sportstudio der Bayern arbeitet an einer Erweiterung seines Produktportfolios. Hintergrund ist eine Lücke in der Modellpalette: Während etwa Mercedes-Haustuner AMG alle größeren Modelle in aufgemotzter Version anbietet, müssen sich BMW-Kunden beim Klassiker M3 bisher mit dem zweitürigen Coupé begnügen. Das ändert sich nun, die Münchner präsentieren einen Sportler mit Herz für Hinterbänkler.

Ab kommendem Frühjahr und damit sechs Monate nach dem Debüt des neuen Coupés bietet BMW den meistverkauften Kraftsportler in dieser Liga wieder als Limousine an. Neben einem leichteren Zustieg zum Fond gibt es einen großen Kofferraum, der 450 Liter fasst und wie bei jeder gewöhnlichen Familienkutsche durch Umklappen der geteilten Rückbank erweitert werden kann. Kostenpunkt: 64.750 Euro.

Endlich wieder ein M3 mit ordentlich nutzbarem Fond

Dennoch steckt ausreichend M im neuen Auto. Der Antrieb und das stramme Fahrwerk sind identisch zu jenem des Coupés. Das Design mit der zugunsten der Luftführung nahezu perforierten Frontpartie, dem Powerdome und den Kühlrippen auf der Motorhaube sowie Kiemen in der Flanke ist ebenfalls fast gleich und findet in der neuen Heckschürze mit Diffusor und dem Kofferraumdeckel mit Spoilerlippe eine schöne Fortsetzung. Auch das Innenleben mit Sportlenkrad, M-Instrumenten und festen Sitzen haben die Entwickler einfach übernommen. Doch wo sich die Passagiere im M3 Coupé mühsam nach hinten durchfädeln müssen, gibt es nun einen separaten Zustieg und eine bequeme Bank, auf der drei Passagiere Platz finden.

Für den Fahrer aber zählt wahrscheinlich nur, was vor ihm liegt. Dort gilt für Limousine wie für Coupé gleichermaßen die neue Macht der Acht: Denn unter der Haube steckt ein vier Liter großer Achtzylinder mit hoher Nenndrehzahl und üppigem Drehmoment. Er leistet 420 PS und bringt maximal 400 Nm an die Hinterachse. Und auch die Fahrleistungen liegen bei beiden Varianten kaum auseinander: Mit ihrem eng gestuften Sechsganggetriebe beschleunigt die Limousine in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und macht elektronisch begrenzt bei 250 km/h Schluss. Dabei braucht der Motor, der 15 Kilo weniger wiegt, als der alte Sechszylinder, im Mittel 12,4 Liter und bläst pro Kilometer 295 Gramm CO2 durch die vier Auspuff-Endrohre.

Bremsenergie-Rückgewinnung hilft beim Sparen

Natürlich ist das viel zu viel für eine Mittelklasse-Limousine. Sieht man den M3 dagegen als Sportwagen, der es mühelos mit der Basisversion des Porsche 911 aufnehmen kann, erscheint der Verbrauch in einem anderen Licht. Dann darf man die Ingenieure loben, die auch bei diesem Auto nicht auf die Efficient-Dynamics-Bausteine verzichtet haben. Es gibt ein System zur Rückgewinnung der Bremsenergie und die Nebenaggregate werden nur dann mit Strom versorgt, wenn sie auch gebraucht werden.

Die Mitarbeiter der M GmbH arbeiten wohl schon an der dritten Variante des schnellen Mittelklässlers. Denn ohne M3 Cabrio wäre die Modellfamilie nicht komplett. Und womöglich gibt es, nach dem M5 Touring, auch noch ein Kombimodell des M3. Schließlich haben eilige Kunden mitunter nicht nur ein Herz für Hinterbänkler, sondern vielleicht auch Lust auf Ladung.



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