Illegale Abschalteinrichtung BMW ruft 12.000 Dieselautos zurück

BMW beginnt mit dem Rückruf von rund 12.000 Dieselfahrzeugen. In den Modellen der 5er- und 7er-Baureihe ist eine illegale Abschalteinrichtung verbaut. Der Hersteller spricht von einer handwerklichen Panne.
BMW-Fahrzeuge der 7er-Reihe in der Produktion im BMW-Werk in Dingolfing

BMW-Fahrzeuge der 7er-Reihe in der Produktion im BMW-Werk in Dingolfing

Foto: Armin Weigel/ picture alliance / Armin Weigel/

BMW ruft 11.700 Dieselautos mit unzureichender Abgasreinigung in die Werkstatt. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe das Softwareupdate genehmigt, die Autofahrer seien bereits angeschrieben worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in München.

Die betroffenen BMW 5er und 7er mit der aktuellen Abgasnorm Euro 6 stoßen sowohl auf der Straße wie auch auf dem Prüfstand zu viel Stickoxid aus. Laut BMW werden ihre Motoren mit einer Software für SUV-Modelle gesteuert. Konzernchef Harald Krüger hatte auf der Hauptversammlung von einer handwerklichen Panne gesprochen. Das KBA hatte den Rückruf der Autos wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der amtliche Rückruf ist für BMW ein herber Rückschlag. Bislang hatte der Konzern im Abgasskandal stets die Rolle des Saubermanns reklamiert. Tatsächlich trieb der Hersteller im Vergleich zur Konkurrenz auch bei vielen Modellen einen höheren technischen Aufwand. BMW verbaute Speicherkat-Systeme und sogenannte SCR-Katalysatoren (AdBlue) parallel, um die Abgase vom Stickoxid zu säubern und schnitt in Straßentests vielfach auch besser ab als die Fahrzeuge der Konkurrenz.

ene/dpa