BMW X5 Freie Bahn Richtung Luxus

Die Klasse der großen Sport Utility Vehicles (SUV) wirkt anachronistisch angesichts steigender Spritpreise und knapperen Ressourcen. Dennoch wachsen mit jedem neuen Modell auch die Dimensionen der Luxus-Allradler. Jüngstes Beispiel ist der kommende BMW X5.


Die Lobpreisungen wollen kein Ende nehmen. "Weiter gesteigerte Fahrdynamik", "exzellente Agilität und Dynamik", "kein Zweifel am souveränen Charakter" - wer die Pressemappe zum neuen BMW X5 aufschlägt, findet sich wieder in einem Dokument der Dominanz. Die Münchner, die 1999 mit dem Modell X5 ihren ersten Geländewagen auf den Markt brachten und seither rund 580.000 Exemplare verkauften, wollen mit der zweiten Generation des Allradlers die Konkurrenz nun wieder ein Stückchen hinter sich lassen.

Zuletzt nämlich wirkte der X5 nicht mehr ganz so frisch gegenüber seinen Widersachern Mercedes ML, VW Touareg oder Audi Q7. In der deutschen Zulassungsstatistik des ersten Halbjahres 2006 jedenfalls rangiert der BMW X5 hinter diesen drei Konkurrenzmodellen. Das wollen die Weiß-Blauen natürlich ändern. Ende November auf der Los Angeles Motor Show soll der neue X5 sein Debüt geben, der Verkaufsstart in Deutschland ist auf Ende März 2007 terminiert. Sogar die Preise hat BMW bereits festgelegt: Mindestens 51.350 Euro (inklusive dann 19 Prozent Mehrwertsteuer) wird der X5 kosten.

Das neue Modell ist zuallererst einmal deutlich gewachsen. Gegenüber dem Vorgänger um knapp 19 Zentimeter in der Länge und rund sechs Zentimeter in der Breite. Die Ausdehnung schafft mehr Platz im Innenraum, so dass nun erstmals eine dritte, im Kofferraumboden versenkbare Sitzreihe angeboten wird. Optisch dagegen wirkt der neue X5 eher schlanker und eleganter als das bisherige Modell, was vor allem an dessen rustikaler Formgebung liegt. Grundlegend verändert wurde das Design indes nicht, dafür gibt es unter der Karosserie einige Neuerungen.

Reichlich Aufwand beim neuen Fahrwerk

Das Fahrwerk zum Beispiel ist taufrisch. Vorn steht der neue X5 auf einer Doppelquerlenker-Achse, am Heck auf der von BMW patentierten Integral-IV-Hinterachse. Die Münchner versprechen durch diese Konstruktion einen verbesserten Abrollkomfort und ein sportliches Benehmen des Wagens. Gefördert wird dies noch durch die als Extra angebotene Aktivlenkung, die je nach Geschwindigkeit die Lenkübersetzung variiert; außerdem durch das System Adaptive-Drive, bei dem die Stabilisatoren und die Stoßdämpfer per elektronischer Steuerung der jeweiligen Fahrsituation angepasst werden.

Zum Start bietet BMW drei Motorversionen für den X5 an. Einen 3-Liter-Sechszylinder-Diesel mit 231 PS, einen 3-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 272 PS und ein 4,8-Liter-V8-Aggregat mit 355 PS. Um die Leistung braucht man sich also keine Sorgen machen, um die zu erwartenden Verbrauchswerte allerdings schon. 12,5 Liter als Durchschnitt je 100 Kilometer gibt BMW beispielsweise für das Topmodell an.

Runflat-Reifen und Sechsgang-Automatik sind Serie

Zur neuen Größe und Stärke des Autos soll auch die Ausstattung passen. Daher erhalten alle Modelle ab Werk sogenannte Runflat-Reifen, mit denen auch im Pannenfall eine Zeit lang weitergefahren werden kann. Außerdem ist eine Sechsgang-Automatik serienmäßig. Und als ersten Geländewagen gibt es für den X5 auf Wunsch ein Head-up-Display, das wichtige Fahrinformationen in die Windschutzscheibe vor dem Fahrer projiziert.

Apropos Geländewagen: Über Geländeeigenschaften spricht längst keiner mehr bei Autos dieses Kalibers, auch BMW tut das nicht. Der neue X5 ist ein Luxusfahrzeug mit noch eindrucksvollerem Auftritt als eine große Limousine. Das BMW-Marketing erwartet, dass vor allem Menschen mit einem "aktiven, individuellen und unabhängigen Lebensstil" zum neuen Modell greifen werden. Und vorher natürlich zu ihrer goldenen Kreditkarte.

jüp

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