Brennstoffzellen-Auto Testfahrt an der Cote d'Azur

General Motors stellt derzeit sein Brennstoffzellen-Auto Hydrogen 3 zu Testfahrten in Monaco zur Verfügung. Dort gibt es nicht nur den legendären Grand-Prix-Kurs, sondern auch genügend Kaufkraft, um das rund 100.000 Euro teure Fahrzeug finanzieren zu können.


HydroGen 3: Energie produziert Brennstoffzellen-Block aus 200 Einzelzellen

HydroGen 3: Energie produziert Brennstoffzellen-Block aus 200 Einzelzellen

Noch allerdings handelt es sich bei dem Brennstoffzellen-Auto auf Basis des Kompaktvans Opel Zafira um einen unverkäuflichen Prototypen. Mittelfristig, so die Opel-Verantwortlichen, werde ein Preis für diese Hightech-Fahrzeuge angepeilt, der dem eines modernen Dieselautos entspreche. Doch im Augenblick geht es zuvorderst darum, die noch junge Technik den Anforderungen des Autoalltags anzupassen.

Neben der Weiterentwicklung des Wasserstoffantriebs finden parallel umfangreiche Testfahrten in verschiedenen Klima- und Publicityzonen des Erdballs statt. Verantwortlich für das Projekt ist das deutschen Brennstoffzellen-Entwicklungszentrum in Mainz-Kastel, das gemeinsam mit den GM-Standorten in USA die Serienreife der künftigen Antriebstechnik vorantreibt. Insgesamt sind in diesen Forschungsinstituten rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, mehr als 200 davon in Mainz-Kastel.

Zur Technik des Hydrogen 3: Im Vergleich zu vorangegangenen Versuchsträgern kann bei diesem Modell zum Beispiel die Pufferbatterie entfallen, was das Fahrzeuggewicht verringert. Angestrebt werden 1590 Kilogramm, das aktuelle Auto liegt noch gut 100 Kilo darüber. Immerhin - beim Hydrogen 3 steht jetzt das volle Laderaumvolumen (600 Liter) des Serien-Zafira zur Verfügung. Vor allem aber kann die gesamte Antriebseinheit komplett vormontiert werden. Der Vorteil: Das rund 300 Kilogramm schwere Modul könnte wie eine herkömmliche Antriebseinheit am Band angeliefert und wie bei der klassischen "Hochzeit" auf den vorhandenen Lagerpunkten des Zafira montiert werden.

Die für den Betrieb des 82 PS (60 kW) starken Asynchron-Drehstrommotors notwendige elektrische Energie produziert ein Brennstoffzellen-Block, der aus insgesamt 200 in Reihe geschalteten Einzelzellen besteht. Die Beschleunigung von 0 auf 100 gelingt in 16 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Mit Wasserstoff versorgt wird die Brennstoffzellen-Einheit aus Tanks, in dem der Energieträger entweder flüssig bei einer Temperatur von minus 253 Grad Celsius oder bei einem Druck von maximal 700 bar gespeichert wird. Das ermöglicht Reichweiten von 400 oder 270 Kilometern.

Für Opel ist die Brennstoffzellen-Technik ein wichtiges Element der "Drei-Säulen-Strategie" des Unternehmens, um die CO2-Emissionen zu senken. Unternehmenssprecherin Klaudia Martini: "Wir verfolgen parallel drei Ziele. Erstens die Ausschöpfung des Potenzials von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, zweitens Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Erdgas, und drittens die Entwicklung innovativer Antriebskonzepte mit Brennstoffzellen-Technologie."



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