Buch über Porsche-Turbomotoren Vollgas im Querformat

Der Porsche 911 Turbo ist zweifellos ein Sportwagen-Klassiker. Zum Marktstart der siebten Generation gibt es nicht nur eine Sonderausstellung in Stuttgart - sondern auch ein Buch, das sich mit der Geschichte des Turbo-Aggregats beschäftigt.

Porsche Museum

Wer sich für schnelle Autos im Allgemeinen und für schnelle Porsche-Typen im Besonderen interessiert, erhält jetzt neues Schmökerfutter für lange, autofreie Winterabende. "Porsche Turbo Stories" heißt der jüngste Band der vom Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen herausgegebenen Buchreihe, in der die Geschichte der Vollblut-Sportwagen des Herstellers knapp, aber vollständig erzählt wird.

Die "Turbo Stories" beginnen mit dem Schweizer Ingenieur Alfred Büchi, der bereits im Jahre 1905 ein Patent auf einen Viertaktmotor erhielt, der mittels einer Turbine und eines Verdichters aufgeladen wurde. Der Techniker wollte so die sonst ungenutzt als Wärme im Abgas entweichende Energie des Verbrennungsmotors nutzen. Eingesetzt wurde dieser Abgasturbolader allerdings zunächst in Schiffsmotoren - bei Autos hielt vorerst die Aufladung mittels Kompressoren Einzug.

Die Turbo-Geschichte für Pkw setzt in den sechziger Jahren ein - zunächst in den USA mit dem 3,5-Liter-V8-Motor des Oldsmobile Jetfire und dem Chevrolet Corvair Monza. In Europa wurde später ein Turbo-Kit für den Ford Capri angeboten. 1973 folgte der BMW 2002 Turbo als erster Serienwagen mit dieser Technik - und ein Jahr später der Porsche 911 Turbo, der dann zur Legende wurde.

Die Turbo-Evolution von 260 auf inzwischen 500 PS

260 PS leistete das Turbo-Triebwerk in der ersten Generation des Porsche-Sportwagens, zwischen 1975 und 1977 wurden 2874 Exemplare gebaut. Das klingt wenig, war aber angesichts der äußeren Umstände (Ölkrise) und des horrenden Preises (65.800 Mark) für alle Beteiligten derart überraschend, dass die Serie fortgesetzt wurde.

In diesen Tagen debütiert nun die siebte Turbo-Generation auf Basis der 911-Baureihe 997-II: mit inzwischen 500 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h und zu einem Preis von 145.781 Euro.

Den Bogen vom ersten zum aktuellen Turbo-Modell spannt das querformatige, handliche Büchlein mit sachlich-präzisen Texten und einer Fülle von Bildern. Werbeplakate für die einzelnen Turbo-Modelle werden ebenso gezeigt wie Detailaufnahmen, technische Skizzen, Rennsportfotos und natürlich die Turbo-Serienmodelle aus nahezu jeder Perspektive.

Was dem vom Autohersteller Porsche herausgegebenen Buch fehlt, ist naturgemäß jedwede kritische Distanz; und mitunter auch die Größe, und das ganz wörtlich genommen. Denn manche Abbildungen sind derart klein geraten, dass man nur mit einer Lupe erkennt, was es darauf zu sehen gibt. Im Zweifel vermutlich einen Turbo.


"Porsche Turbo Stories", Edition Porsche Museum, 224 Seiten, zweisprachig, 14,90 Euro.

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