30.000-Euro-Kinderauto Wie kindisch

Endlich gibt es einen Bugatti für den Nachwuchs - der Wagen kostet schlanke 30.000 Euro. Nicht zum ersten Mal löst die Autoindustrie damit ein schwerwiegendes (Luxus-)Problem der Menschheit.

Bugatti

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Es gab mal eine Zeit, in der nahezu alle Kinder erst Bobbycar, dann Kettcar fuhren. Doch diese Phase der Gleichmacherei ist vorbei - "endlich", möchte man beinahe sagen: Bugatti hat sich der unzureichend ausgeprägten Standesgrenzen bei den Autofahrern von morgen angenommen.

Mit dem Modell Baby II, das zum 110. Geburtstag der Marke auf den Markt kommt, können auch die Kleinsten endlich zeigen, wer in der automobilen Hackordnung ganz oben steht. Und das sogar klimafreundlich, denn die verkleinerte Replik des Typ 35 wird von einem E-Motor angetrieben.

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Sternstunden der Autoindustrie: Ein Bugatti für Kinder - und welche Luxusprobleme die Hersteller noch so lösen

Dabei ist das Modell vergleichsweise günstig, beinahe Dacia-artige 30.000 Euro werden für den Baby II fällig. Bei so einem Spottpreis könnte jedoch die nötige Exklusivität schnell abhandenkommen. Denn exklusiv, erklärt der Duden, bedeutet ja nicht nur "höchsten Ansprüchen genügend" - sondern auch "sich gesellschaftlich abgrenzend". Und wofür bitte ist ein Auto da, wenn nicht dafür?

Damit die nötige gesellschaftliche Distanz trotzdem erhalten bleibt und in Zukunft nicht jeder Halbstarke im Bugatti am Klettergerüst vorfährt, ist das Modell auf 500 Stück limitiert - und außerdem nur auf privatem Gelände erlaubt, denn der Mikro-Bugatti hat keine Straßenzulassung. Dafür ist er jedoch adäquat ausgestattet, im Inneren gibt es einen Ledersitz sowie einen Nachbau des originalen Type-35-Lenkrads. Für Vortrieb sorgt ein zehn Kilowatt starker Elektromotor.

Volle Leistung mit dem Speed-Key-Update

Im Kindermodus ist der Wagen jedoch auf ein Kilowatt Leistung und 20 km/h Höchstgeschwindigkeit limitiert, und auch der Modus für Erwachsene erlaubt nur vier kW und 45 km/h. Für volle Leistung muss dagegen das Speed-Key-Update geordert werden. Dann fällt auch das Geschwindigkeitslimit - welches Tempo dann zu erreichen ist, verrät Bugatti allerdings nicht.

Die Geschichte der Autoindustrie ist voll von derartigen Innovationen, die drängende (Luxus-) Probleme der Menschen gelöst haben. Welche Herausforderungen die Autoindustrie derzeit noch angeht - meist über wahrhaft exklusives Zubehör -, sehen Sie in der Bildergalerie.



insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
claus7447 24.03.2019
1. Wie dekadent..
... Ist es dekadent zu sein. Schön, es ist viel Geld im Umlauf. Wenigstens die MwSt kommt der Allgemeinheit zu gute. Man sollte nicht neidisch sein, manche reiche sind arm. Da muss man Mitleid haben.
dasfred 24.03.2019
2. Der Kinder Bugatti füllt eine Marktlücke
Manche Villengrundstücke sind so groß, dass die Kids jetzt allein vom Haus zum Tennisplatz fahren können und nicht mehr von der Nanny kutschiert werden müssen. Noch besser ist es allerdings, das Fahrzeug in der Verpackung zu lassen. wenn es dann in vielen Jahren nicht mit dem Studium klappt, kann man von dem Sammlerstück noch einige Zeit leben.
jrg_retta 24.03.2019
3. Nur ein Bild?
Interessanter Artikel. Nur ohne Fotos wirkungslos und uninteressant für den Autofan . Nur ein Bild , keine Detailfotos und dann nur noch völlig zusammenhanglose andere Fahrzeuge in der Galerie...was soll sowas?
querulant_99 24.03.2019
4.
Die 30000 Euro sind doch Peanuts in gewissen Kreisen. Insofern verstehe ich die Aufregung nicht.
legeips62 24.03.2019
5. 45 Km/h -
Hat das Ding eine Straßenzulassung? Dafür ist die Elektroprämie gut angelegt. Ein Sammlerstück ohne gleichen. Wenn alle 500 verkauft sind, werden wohl 100.000 € fällig.
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