Elektroautos Regierung beschließt Kaufprämie in Höhe von 4000 Euro

Sie fällt geringer aus als geplant, dafür kommt sie schon im Mai: Bundesregierung und Autoindustrie haben sich auf eine Kaufprämie für E-Mobile geeinigt. Auch wer die Kosten trägt, steht jetzt fest.

Stilisierter Stromstecker auf einem Auto
DPA

Stilisierter Stromstecker auf einem Auto


Auf einem sogenannten Autogipfel im Kanzleramt haben sich Vertreter der Bundesregierung und der Fahrzeugbranche in der Nacht auf Mittwoch auf Kaufprämien für Elektromobile geeinigt.

Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

  • Für reine E-Autos wird es Zuschüsse von 4000 Euro geben.
  • Hybride mit ergänzendem Verbrennungsmotor werden mit 3000 Euro pro Fahrzeug gefördert.
  • Beginnen soll das Bonussystem Mitte Mai .
  • Der Ausbau von Ladestationen wird mit 300 Millionen Euro gefördert.
  • Die Kosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro werden sich der Bund - also die Steuerzahler - und die Hersteller jeweils zur Hälfte teilen.
  • Prämien sollen nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro für ein Basismodell möglich sein.

Videoanalyse zur Kaufprämie: "Absurd, die Autoindustrie staatlich zu fördern"

DPA/SPIEGEL ONLINE

Vor dem Treffen im Kanzleramt war eine Kaufprämie in Höhe von 5000 Euro im Gespräch. Über die jetzt beschlossene Summe von 4000 Euro hatte zuerst der Deutschlandfunk berichtet.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wollen am Mittwochvormittag gemeinsam über die Pläne informieren.

Mit ihrer Entscheidung setzte sich die Regierung über Bedenken von Umweltverbänden und Branchenexperten hinweg. Auch innerhalb der Unionsfraktion gab es erhebliche Vorbehalte gegen das Instrument der Kaufprämie. Finanzminister Schäuble hatte lange Zeit von einem solchen Zuschuss abgeraten.

Die Regierung hat das Ziel ausgegeben, dass 2020 eine Million E-Autos unterwegs sein sollen. Zu Jahresbeginn waren aber erst 25.500 E-Autos und 130.000 Hybride zugelassen - bei 45 Millionen Pkw insgesamt. Als Hauptprobleme beim Ausbau der Elektromobilität gelten die vergleichsweise hohen Preise für die Fahrzeuge, die geringe Reichweite und eine unzureichende Ladestation-Infrastruktur.

Im Video: Gabriel zum Beschluss der Bundesregierung

cst/dpa/Reuters

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insgesamt 348 Beiträge
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yaba 27.04.2016
1. Naive Kostenaufteilung
"Die Kosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro werden sich der Bund - also die Steuerzahler - und die Hersteller jeweils zur Hälfte teilen." Unglaublich wie naiv unsere Regierung doch ist. Natürlich wird die Hälfte der Hersteller auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden, eventuell in Form fehlender Rabatte. Und dann zahlt das am Ende doch wieder der Käufer, also der Steuerzahler.
christiewarwel 27.04.2016
2. Irrsinn hoch 10
Strom kommt aus der Steckdose, Batterien sind aus nachwachsenden Rohstoffen und Frau Merkel ist Physikerin. Wann wird diese Regierung endlich aus dem Amt gejagd? Das Maß läuft längst über !
wutbü 27.04.2016
3. Kaufprämie
Weshalb bekomme ich keine Kaufprämie für den Kauf eines E-Bikes!? Wäre doch ökologisch wesentlich vernünftiger oder!?
Mäusemelker 27.04.2016
4. Netter Anreiz für Reiche
Wie schön, nur davon werden die Batterien dieser Fahrzeuge auch nicht besser. Ladezeiten von 20 Minuten bleiben ein Witz und die Physik lässt sich damit sowieso nicht verändern. Aber vielleicht bringt es ja ein paar Reichen dazu, sich endlich einen elektrischen Drittwagen zu kaufen und ihre Kinder damit an Stelle vom SUV in Kita oder Schule zu fahren.
seven21 27.04.2016
5. Es merkelt wieder
Der nächste "geniale" politische Zug der Kanzlerin. Hier wird wieder reine Klientelpolitik betrieben. Zuschuss für Besserverdiener. Unsinnig, teuer, auf Kosten der unteren Einkommensgruppen.
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