Neubauten Regierung missachtet Pflicht zum Bau von Ladesäulen für Elektroautos

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier beschwört gern, wie wichtig Ladesäulen für den Durchbruch der Elektromobilität sind - und lässt selbst eine gute Gelegenheit zur Förderung aus.

Stromladesäule (Symbolbild)
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Peter Altmaiers (CDU) Bundeswirtschaftsministerium hat den Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes vorgelegt und will Bauherren zu einer Vielzahl von Umweltschutzauflagen verpflichten - nur nicht dazu, an Neubauten sogleich die für Elektroautos notwendigen Ladestellen bereitzuhalten.

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Das wäre nicht nur bei Mietshäusern wichtig, sondern vor allem bei Gewerbeobjekten, die von Handwerkern oder Lieferanten angemietet werden. Logistikunternehmen haben sich bereits bei der Bundesregierung darüber beschwert. Dabei hat die EU die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, die Einrichtung einer Ladeinfrastruktur bei Neubauten und Renovierungen per Gesetz vorzuschreiben.

Vertragsverletzungsverfahren durch die EU droht

Dies muss bis zum März 2020 erfolgen, sonst droht ein Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Deutschland. Das Ministerium will "die Frist der EU nutzen", um die Vorgaben in einem anderen Gesetz zu erfüllen. Der Grünenabgeordnete Oliver Krischer vermutet hingegen, die Immobilienlobby könnte Druck ausgeübt haben und sagt: "Die Bundesregierung verschleppt den Hochlauf der Elektromobilität."

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insgesamt 132 Beiträge
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binser 19.01.2019
1. Alles Neuland
In jeder Wohnung befindet sich eine zweistellige Anzahl Steckdosen, aber eine dieser banalen und strunzdummen Dinger dort, wo das Auto gewöhnlich parkt und über Nacht in der Schwachlastzeit 100-150km Strom in den Akku bringt, scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Ein Aluhutträger in einer Eigentümergemeinschaft reicht derzeit aus, diese Steckdose zu verhindern, auch Vermieter können es verbieten. Dabei schneiden sich alle ins eigene Fleisch, ich gehe davon aus, dass in spätestens 10 Jahren eine Wohnung ohne Autosteckdose ebenso "leicht" zu vermieten ist wie eine ohne Internetzugang heute. Ich verstehe diese Ignoranz nicht, sowas kostet in der Bauphase fast nichts und niemandem wird etwas weggenommen. Erleichtert doch wenigstens denjenigen ihr E-Auto, die das wollen, die anderen können doch trotzdem weiter Rappelkiste fahren, bis auch sie die Vorteile des Batterieautos entgegen aller Propaganda erkannt haben.
Flying Rain 19.01.2019
2. Selbst
Selbst wenn man will darf man oftmals nicht mehr als ein paar Stationen bauen wenn zB die Tiefgarage eines neuen Hauses ausgestattet werden soll. Ganz schlicht weil es die Leitungen in der Straße nicht packen.
chjuma 19.01.2019
3. Der Todesstoß für die Umwelt
Die derzeitige CO 2 Bilanz bei der Herstellung eines Elektroautos besagt, dass ein herkömmlicher Selbstzünder nach dessen Herstellung 200000km fahren muss, um auf die selbe CO 2 Bilanz zu kommen. Dabei werden noch gar nicht die irrsinnigen Umweltschäden bei der Rohstoffgewinnung beachtet. Klar ist der Verbrenner nicht der Weisheit letzter Schluss. Allerdings erscheint mir die Elektroalternative mit den derzeitigen Batterien mehr als fragwürdig. Die zu erwartenden Bilanzen bei der Brennstoffzelle klingt da wesentlich beruhigender, zumal die Herstellung des Wasserstoffs wesentlich unproblematischer ist als das Lithium für die Batterien in den Wüsten auszuschwemmen.
kalim.karemi 19.01.2019
4. Mir wurscht
Zitat von chjumaDie derzeitige CO 2 Bilanz bei der Herstellung eines Elektroautos besagt, dass ein herkömmlicher Selbstzünder nach dessen Herstellung 200000km fahren muss, um auf die selbe CO 2 Bilanz zu kommen. Dabei werden noch gar nicht die irrsinnigen Umweltschäden bei der Rohstoffgewinnung beachtet. Klar ist der Verbrenner nicht der Weisheit letzter Schluss. Allerdings erscheint mir die Elektroalternative mit den derzeitigen Batterien mehr als fragwürdig. Die zu erwartenden Bilanzen bei der Brennstoffzelle klingt da wesentlich beruhigender, zumal die Herstellung des Wasserstoffs wesentlich unproblematischer ist als das Lithium für die Batterien in den Wüsten auszuschwemmen.
Wen die Regierung meint mich per Kraftstoffpreisen, Steuern und sonstigen Drangsalierungen zum Tesla zu bewegen, ich dafür noch indirekt belohnt werde, indem ich 30 Cent steuerfrei pro dienstlich gefahrenem Kilometer bekomme und kostenfrei am supercharger lade, dann tue ich das. Bezahlen dafür werden die, welche 2,5 brutto monatlich nach Hause bringen. Aber jeder bekommt was er wählt.
fehleinschätzung 19.01.2019
5. Wasserstoff?
kann man bitte mal aufhören Wasserstoff als Allerheilmittel wieder und wieder anzuführen? Der Wirkungsgrad ist sooo schlecht, das es jedem sofort auffallen kann, das es nicht die Zukunft ist. in Spezialanwendungen vielleicht, aber nie im Auto.
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