Geplante Neuregelung Was sich 2020 für Verkehrsteilnehmer ändert

Höhere Bußgelder, mehr Sicherheit für Radfahrer und Änderungen beim Führerschein: Für 2020 sind neue Regeln im Straßenverkehr geplant. Falschparkern drohen sogar Punkte in Flensburg.
Falschparker, die Radwege blockieren, müssen ab 2020 hohe Strafen zahlen

Falschparker, die Radwege blockieren, müssen ab 2020 hohe Strafen zahlen

Foto: Alexander Heinl/ DPA

Die geplanten Änderungen im Straßenverkehr ab dem neuen Jahr bedeuten für Autofahrer neben einigen Verbesserungen vor allem eins: Fehlverhalten wird deutlich teurer. Positiv sind viele Neuerungen für Fahrradfahrer. Sie bekommen eigene Schilder und werden durch neue Regelungen mehr geschützt. Mitte Februar muss der Bundesrat den Änderungen noch zustimmen.

Der Überblick:

Falschparken

Die Bußgelder für das Parken auf Fuß- und Radwegen sowie in zweiter Reihe steigen von 15 auf bis zu 100 Euro. Gleiches gilt für das Halten auf einem Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Werden Verkehrsteilnehmer behindert, entsteht ein Schaden oder parkt man länger als eine Stunde auf dem Fuß- oder Radweg, droht dem Fahrer sogar ein Punkt im Verkehrsregister in Flensburg.

Rettungsgasse

Wer in einem Stau keine Rettungsgasse bildet, diese blockiert oder selbst befährt, muss künftig mit einer Geldstrafe zwischen 200 und 320 Euro rechnen. Hinzu kommen ein Monat Führerscheinentzug und zwei Punkte in Flensburg.

Carsharing

Mit einem neuen Schild können Städte und Kommunen gesonderte Parkplätze für Carsharingfahrzeuge markieren. Um nachzuweisen, dass ein Auto tatsächlich für Carsharing genutzt wird, gibt es künftig einen eigenen Ausweis, der sichtbar im Auto platziert sein muss.

Beschilderung eines Carsharing-Parkplatzes

Beschilderung eines Carsharing-Parkplatzes

Foto: ADAC

Mehr Schutz für Radfahrer

Bisher war der Abstand, den ein Autofahrer beim Überholen eines Radfahrers einhalten muss, nicht genau geregelt. In der Straßenverkehrsordnung war lediglich festgeschrieben, dass Autofahrer beim Überholen "ausreichenden" Sicherheitsabstand halten müssen. Ab 2020 gilt ein konkreter Abstand von 1,50 Metern innerorts und von zwei Metern außerorts.

Um Abbiegeunfälle zu vermeiden, dürfen Lkw über 3,5 Tonnen zudem beim Rechtsabbiegen nur im Schritttempo fahren - also maximal 11 km/h. Bei Missachtung drohen 70 Euro Bußgeld.

Außerdem haben Kommunen künftig die Möglichkeit, die bisher schon vorhandenen Fahrradstraßen auf größere innerörtliche Bereiche auszuweiten. Autos ist das Befahren dieser Zonen grundsätzlich verboten. Ausnahmen davon sind Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Scooter. Zwar können diese Zonen durch ein Zusatzschild auch für Pkw freigegeben werden, aber Autofahrer sollen sich grundsätzlich an Radfahrern orientieren. In unklaren Situationen sollen zusätzliche Schilder die Vorfahrtsituation regeln.

Schild für eine Fahrradzone

Schild für eine Fahrradzone

Foto: ADAC

Neu ist auch ein Schild für Radschnellwege. Es kennzeichnet Straßen, auf denen nur Fahrradfahrer und Elektrokleinstfahrzeuge unterwegs sein dürfen.

Grüner Pfeil

Bisher signalisierte ein Grüner Pfeil an einer Ampel, dass das Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt ist, allerdings nur, wenn dadurch niemand gefährdet wird. Ab 2020 soll es einen weiteren grünen Pfeil geben, der nur für Fahrradfahrer gilt. Vor dem Abbiegen müssen die Radler allerdings anhalten und sicherstellen, dass sie niemanden gefährden.

Fahrgemeinschaften

Fahrgemeinschaften, also Autos mit drei oder mehr Insassen, dürfen künftig die Busspur benutzen, sofern das durch ein entsprechendes Schild erlaubt ist. Das soll es den Fahrgemeinschaften ermöglichen, beispielsweise auch Staus zu umfahren. In Düsseldorf gibt es diese Spuren bereits.

Autos mit mindestens drei Insassen dürfen mit diesem Schild die Busspur nutzen

Autos mit mindestens drei Insassen dürfen mit diesem Schild die Busspur nutzen

Foto: ADAC

Anm. d. Red.: Wir haben die Angaben zur Vorfahrtsregelung in Fahrradstraßen nachträglich präzisiert.

cfr
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