C 63 AMG Mercedes' neues Muskelmonster

Mercedes hat kurz vor dem Start des neuen BMW M3 erste Details zur Ausstattung seines neuen Mittelklasse-Geschosses C 63 AMG. Erstes Fazit: Dank überlegener Motorisierung droht der Neue aus Stuttgart der Konkurrenz die Show zu stehlen.


BMW würde in Zukunft angeblich gerne enger mit dem Rivalen in Stuttgart kooperieren, zum Beispiel bei Kleinwagen. Mercedes zeigt bisher kein Interesse - vielmehr fährt das Unternehmen den Münchnern voll in die Parade. Just während BMW die Neuauflage des M3 feiert, veröffentlicht Mercedes erste Fotos und Fakten zur neuen Karachoversion (AMG-Modell) der C-Klasse. Das steht zwar erst im September auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) und kommt nicht vor Januar in den Handel. Die verfügbaren Daten lassen den M3 dennoch bereits vor dem Start ein wenig alt aussehen.

Auf dem Papier zumindest hat Mercedes die Nase vorn. Unter der Haube des Wagens steckt wie beim M3 ein V8-Motor, der aber deutlich größer und stärker ist als das Aggregat aus München. Wie in mittlerweile fast allen anderen Baureihen setzt das hauseigene Sportstudio AMG jetzt auch in der C-Klasse auf den selbst entwickelten Achtzylinder mit 6,2 Liter Hubraum, den es mit bis zu 525 PS gibt. In der schwächsten Version hat der Wagen 457 PS. Das ist aber noch immer deutlich mehr als die Leistung des neuen M3. Und auch Audis RS4 wirkt mit ebenfalls 420 PS abgeschlagen.

Dicke Muskeln für die Mittelklasse

Bis auf Weiteres verspricht also AMG allen PS-Fetischisten die dicksten Muskeln der Mittelklasse. Maximal 600 Nm bei 5000 Touren und mindestens 500 Nm zwischen 2000 und 6250 Umdrehungen – das sind die Zahlen, die den Klimaschutz ad absurdum führen. Die C-Klasse sprintet in 4,5 Sekunden auf Tempo 100, lässt sogar einen Porsche 911 stehen. Dass die Höchstgeschwindigkeit auf 250 km/h limitiert ist, liegt hat wohl mit einem Rest an "political correctness" zu tun. Die Tachoskala jedenfalls endet erst bei 320.

Anders als bislang üblich kommt Mercedes dem Spieltrieb der Fahrer weit entgegen. Als erstes Modell bekommt der C63 AMG das neue Drei-Stufen–ESP, das die Freiräume zum Driften schrittweise vergrößert. In normalen Modus sind die Schutzengel wachsam wie immer, im Sportmodus zeigen sie etwas mehr Toleranz, und mit einem weiteren Tastendruck melden sie sich vollends ab. Allerdings nur, bis der Fuß die Bremse berührt. Dann stehen alle elektronischen Helfer wieder parat. Wie immer bei den Werkstunern ist es mit dem stärkeren Motor alleine nicht getan. So hat AMG zudem das Fahrwerk neu abgestimmt, eine neue Vorderachse mit 35 Millimetern mehr Spurweite montiert, den Biss der Bremsen geschärft und die siebenstufige Automatik beschleunigt. Je nach Programmwahl wechselt sie die Gänge bis zu 50 Prozent schneller.

Breiter, wilder, straffer - aber noch ohne Preis

Nachdem Mercedes die C-Klasse beim Generationswechsel bereits verjüngt hat, waren die Designer bei AMG diesmal besonders gefordert. "Nicht nur technologisch, auch optisch unterscheidet sich der neue C 63 AMG deutlicher von der Serien-C-Klasse als je zuvor", tönen die Schwaben und lenken den Blick auf die neue Motorhaube mit den beiden Powerdomes, den AMG-Kühlergrill mit großem Stern und zwei ausgeprägten Lamellen sowie die tief gezogene Schürze, die dem Wagen ein böses Gesicht geben. Die Flanke lebt von breiten Schwellern und neuen Rädern im Format 18 oder 19 Zoll, und am Heck trägt die Limousine unter dem Kofferraum vier Auspuff-Endrohre sowie einen Diffusor. Innen gibt statt der Komfortsitze ein paar stärker konturierte Plätze mit integrierten Kopfstützen, das Lenkrad ist unten abgeflacht wie in den DTM-Rennwagen, die von den Designern gern als Vorbild genannt werden.

Auch wenn Mercedes mit Blick auf die Wettbewerber mit den Informationen zum C 63 AMG ungewöhnlich freizügig ist, behalten die Schwaben eine der wichtigsten Zahlen noch für sich: Den Preis. Mehr als ein "da werden wir uns stark an der Konkurrenz orientieren" ist ihnen noch nicht zu entlocken.

tg



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