Autoschrauber vs. Polizei Tuning-Fans trotzen "Car-Freitag"-Verbot

Die Polizei in Limburg war nicht begeistert: Hunderte Auto-Tuner kamen mit ihren aufgemotzten Fahrzeugen an einem Fernbahnhof zusammen - dabei war ihr "Car-Freitag" verboten worden.

DPA

Mehrere Hundert Tuning-Fans haben sich trotz Verbot zu einem "Car-Freitag" im hessischen Limburg getroffen. Bis zu 400 Freunde frisierter Autos und 250 aufgemotzte Wagen zählte die Polizei am Karfreitag auf dem Parkplatz am ICE-Bahnhof. Sie wurden von den Beamten wieder weggeschickt.

Aufgeben wollten die Autofans wohl nicht: Viele fuhren kurzerhand nach Fulda weiter. Dort registrierte die Polizei etwa 300 bis 400 Autos, die am Nachmittag eintrafen, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Auf einem Parkplatz an einem Einkaufszentrum hätten sie ausreichend Platz gefunden. Zu Unfällen oder größeren Staus kam es aber nicht.

In Limburg widersetzten sich fast 50 Fahrer den Aufforderungen der Polizei wegzufahren. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstoßes gegen das Feiertagsgesetz eingeleitet. Damit drohen ihnen Bußgelder in Höhe von 200 Euro.

Beanstandungen bei Felgen

Auf der nahen Autobahn 3 und der Bundesstraße 49 stellte die Polizei etwa 500 Verstöße fest - wegen zu schnellen Fahrens oder zu geringen Abstands zum Vordermann. An mehreren Autos gab es vor allem bei Felgen und Reifen Beanstandungen.

In der Tuning-Szene wird der kirchliche Feiertag vor Ostern als "Car-Freitag" begangen. Nach dem hessischen Feiertagsgesetz sind aber am Karfreitag Veranstaltungen unter freiem Himmel verboten. Die Stadt Limburg hatte den Fahrern bereits zuvor mit einem Bußgeld in dreistelliger Höhe gedroht.

In den vergangenen Jahren hatte die Polizei das Treffen allerdings toleriert - auch wenn der "Car-Freitag" nie genehmigt war. Im vergangenen Jahr wurde es den Behörden dann zu bunt: Rund 2500 frisierte Autos hatten den Verkehr im Umkreis zum Erliegen gebracht. Die Polizei forderte den Organisator in diesem Jahr auf, nicht mehr für die Veranstaltung zu werben. Dieser habe den "Car-Freitag" schließlich offiziell abgesagt, hieß es.

loe/dpa



insgesamt 168 Beiträge
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exHotelmanager 03.04.2015
1. Anachronismus
Es ist Angelegenheit und Freiheit eines jeden Bürgers, seine Feiertage nach eigenem Verständnis zu gestalten. Das Treffen von Interessengemeinschaften auf einem Platz weit ausserhalb einer Siedlung beschäftig offenbar die Polizei dringender als der Schutz der Bürger vor ständigem Motorrad-, Boots- und Kleinflugzeuglärm. Weit weniger als die Hälfte der Mitbürger sind praktizierende Christen. Andere Glaubensgemeinschaften erfahren hierzulande nur Verachtung und keinerlei Schutz ihrer Feiertage und Gebräuche.
georg schwarz 03.04.2015
2. Willkommen
im Mittelalter. Oder im Land der fundamentalen Christen. Wie bescheuert gehts denn noch?
erhk00 03.04.2015
3.
Nein, es ist eben nicht die Angelegenheit eines jeden freien Bürgers. Und wenn sich nicht mehr genügend Menschen finden, die den Feiertag nach seinem Sinn begehen, dann muss er eben wieder Arbeitstag werden.
wuxu 03.04.2015
4. Ich finde die Tuner gut und
es sollte die Aufgabe des Staates sein, Plätze bereitzustellen, auf denen sie sich treffen können. Für Karnevalsumzüge, Schützenmärsche, Osterläufe, Erntedankfeste ist das auch möglich.
Jenz P. Eter 03.04.2015
5. Säkularisierung...
...jetzt! Religion ist Privatsache und sollte nicht von der Polizei durchgesetzt werden.
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