iOS-Update CarPlay Apple integriert das iPhone ins Auto

Apple will mit dem Projekt CarPlay die Nutzung des iPhones im Auto vereinfachen. Durch ein Update seines Betriebssystems iOS wird die Benutzeroberfläche des Handys auf dem Bordcomputer angezeigt. Drei Fahrzeughersteller wollen das System bald einführen.
Apple CarPlay: iPhone-Bildschirm auf dem Mercedes-Monitor

Apple CarPlay: iPhone-Bildschirm auf dem Mercedes-Monitor

Foto: Daimler

Genf - Auf dem Genfer Auto-Salon werden nicht nur Neuheiten aus Stuttgart, Zuffenhausen, Wolfsburg, München oder Maranello präsentiert, sondern auch aus dem Silicon Valley: Der IT-Riese Apple stellt hier CarPlay vor - und bringt damit das Betriebssystem iOS ins Auto.

Bereits vor einem halben Jahr kündigte Apple bei der Worldwide Developers Conference "iOS in the Car" an, nun folgt die Umsetzung. Dabei geht es um mehr als die bisherigen Möglichkeiten, über das iPhone im Auto Musik zu hören oder zu telefonieren: Mit CarPlay soll die Benutzeroberfläche des iPhones samt Apps auf die Monitore in den Mittelkonsolen gezaubert werden und Siri als Spracherkennung genutzt werden können.

"Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört", schwärmt der Stuttgarter Hersteller Mercedes, der CarPlay neben Volvo und Ferrari als einer der ersten Apple-Partner in seine Fahrzeuge integriert. Folgen sollen unter anderem BMW, Ford, Toyota und Nissan.

Wie CarPlay aussieht, soll in Genf in einer neuen Mercedes C-Klasse demonstriert werden. Bislang konnte über das Infotainmentsystem Mercedes Comand zwar schon auf Apps zugegriffen werden, aber mit der neuen Plattform sollen diese Möglichkeiten ausgebaut werden.

Ungewohnte Bedienung

Also einfach das neue Software-Release aufs iPhone laden, Telefon anstöpseln und nie mehr ein fremdes Betriebssystem bedienen? Ganz so leicht macht es CarPlay den motorisierten Apple-Jüngern dann doch nicht. Zum einen werden wohl Art und Anzahl der Apps, die auch im Auto laufen, erst einmal beschränkt sein - Videostreamings oder Games lassen sich nun mal schlecht mit der Konzentration auf das Verkehrsgeschehen vereinbaren. Zum anderen wird die Bedienung nicht zwangsläufig durch Tipp- und Wischbewegungen wie beim iPhone funktionieren. Denn Mercedes bietet beispielsweise keine Touchscreens in seinen Fahrzeugen an. Außerdem ist für die Nutzung von CarPlay zwingend ein iPhone 5 nötig.

Bei Mercedes wird CarPlay zunächst in der neuen C-Klasse angeboten, im Lauf des Jahres soll das Betriebssystem auch in andern Modellen zum Laufen gebracht werden. Ab wann genau der Software-Baustein erhältlich sein wird und wie viel er kostet, verraten die Schwaben noch nicht. Angeblich soll der Preis "wenige hundert Euro" betragen. Von Volvo und Ferrari gibt es bis dato noch gar keine konkreten Angaben, und ob man die CarPlay-Integration auch in bereits verkauften Fahrzeugen nachrüsten kann, ist ebenfalls noch unbekannt.

Apple zieht nach

Apples verstärkte Zusammenarbeit mit Autoherstellern kommt nicht von ungefähr. Die gesamte IT-Branche drängt mit Macht auf die Straße: Microsoft hat sein Sync-System bei Ford schon seit ein paar Jahren im Einsatz, und vor ein paar Wochen auf der CES in Las Vegas hat Google eine Android-Allianz für Autofahrer angekündigt: Zusammen mit Firmen wie Audi, General Motors, Honda oder Hyundai will der Apple-Konkurrent sein Betriebssystem ebenfalls bis zum Ende des Jahres in die ersten Autos bringen.

Ausgerechnet die Nischenanbieter sind da übrigens ein wenig schneller: Denn das Konsortium MirrorLink aus Handyherstellern und Autobauern ist mit seiner Telefonintegration bereits so weit, dass in Genf die ersten Serienfahrzeuge zu sehen sind. Und zwar nicht in der Nobelliga, sondern in Kleinwagen wie dem VW Polo.