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Unterm Hammer: Alter Falter, schau dir diese Wespe an!

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Älteste Vespa der Welt unterm Hammer 3,2 PS für 300.000 Euro

Für manche Fahrzeuge muss man einfach mehr bieten: SPIEGEL ONLINE zeigt Raritäten und Vehikel mit berühmten Vorbesitzern, die versteigert werden. Diesmal: der älteste noch existierende Vespa-Roller.
Auction Heroes

Die teuersten Autos der Welt sind oft keine Neuwagen, sondern gebrauchte: Oldtimer, die sich in Händen reicher Sammler befinden oder nach langer Vergessenheit plötzlich aus Scheunen wieder auftauchen. Für den gewöhnlichen Auto-Enthusiasten bleiben diese Fahrzeuge unerreichbar, nur mit ganz viel Glück bekommt man sie mal zu Gesicht. In seltenen Momenten ergibt sich aber die Gelegenheit, etwas über diese Traumwagen zu erfahren: wenn sie versteigert werden.

Bevor die Autos zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten wieder verschwinden, werden die alten Storys über sie neu erzählt oder sogar Geheimnisse gelüftet. Je schillernder die Geschichte eines Autos, desto höher sein Marktwert. Die glamourösesten Fahrzeuge stellen wir in einer Serie in loser Reihenfolge vor. Sie sind unsere Helden unterm Hammer - die Auction Heroes .

Unterm Hammer: eine Vespa 98 ccm, Baujahr 1946.

Warum mitbieten? "Sembra una vespa" - "Das sieht aus wie eine Wespe" soll der italienische Unternehmer Enrico Piaggio gesagt haben, als er den Prototyp des Rollers zum ersten Mal sah und damit den Namen der Zweirad-Ikone schuf. Bezahlbar, robust und einfach zu fahren - nach diesen Prinzipien hatte Piaggio verlangt, als er den Ingenieur Corrdino D'Ascanio kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Entwicklung beauftragte. Der Vespa-Roller wurde seit seiner Markteinführung mehr als 17 Millionen mal verkauft - das Exemplar von 1946 ist das angeblich älteste noch existierende.

Der Roller trägt die Fahrwerknummer 1003 und ist damit die dritte jemals gebaute Vespa. Sie gehört zur sogenannten Serie 0, von der insgesamt nur 60 Stück hergestellt wurden. Die ersten beiden Modelle gelten als verschollen.

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Die Fahrwerknummer ist nicht nur einmal, sondern vielfach in einzelnen Bauteilen wie Motorabdeckung, Schalldämpfer oder dem Trittbrett eingestanzt. Der Grund: Jedes einzelne Teil wurde vom Monteur speziell auf einen Rahmen angepasst. Die Maschine ist somit in kompletter Handarbeit entstanden. Vespa Numero tre wird angetrieben von einem Einzylinder-Zweitaktmotor mit 3,2 PS und hat ein Dreiganggetriebe. Der Roller beschleunigt auf bis zu 60 km/h - zumindest theoretisch.

Die als "Farobasso" ("niedriger Scheinwerfer") bekannte Vespa war bisher im Besitz eines italienischen Sammlers, der laut dem Auktionator mehr als 60 historische Vespa-Modelle besitzt. Sie zeichnet sich durch den am vorderen Schutzblech angebrachten Scheinwerfer aus. Im Gegensatz zu späteren Modellen hat der Lenker zudem keine Blechverkleidung. Zwar hat die Nummer 1003 noch keine Stoßdämpfer, dafür aber einen vollgefederten Sitz.

Zuschlag! Wie viele Kilometer die Vespa schon gefahren ist, lässt sich nicht sagen, denn einen Kilometerzähler hat der Roller nicht. Laut Anbieter ist er aber voll funktionsfähig. Wer die älteste Vespa der Welt künftig in seiner Garage stehen haben, oder damit an einem lauen Sommerabend zur nächstgelegenen Pizzeria düsen möchte, sollte das nötige Kleingeld mitbringen. Das Auktionshaus Catawiki  erwartet einen Erlös zwischen 250.000 und 325.000 Euro. Interessenten können ihr Gebot noch bis zum 28. März abgeben.