Forderung der Hamburger CDU Ein-Euro-Ticket für alle, die ihr Auto abmelden

Wer aufs Auto verzichtet, zahlt für ein Jahresticket des ÖPNV nur 365 Euro. Das fordert nun die Hamburger CDU - und knüpft damit an eine Forderung der Grünen an.

U-Bahn der Hamburger Hochbahn
DPA

U-Bahn der Hamburger Hochbahn


2,5 Millionen Menschen nutzen täglich die öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg. Die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft möchte, dass es in Zukunft noch mehr werden. Dabei soll ein Jahresticket für 365 Euro helfen. Um das zu erhalten, muss man allerdings sein Auto abmelden. Um Missbrauch durch Ehepaare oder Familien zu verhindern, müssen alle Autos des jeweiligen Haushalts abgemeldet werden.

"Das kommt am Ende allen Hamburgern zugute", erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dennis Thering. Damit greift die Hamburger CDU eine Forderung des Fraktionschefs der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, auf. Hofreiter forderte im Oktober des Jahres 2018, solche Tickets in allen deutschen Verkehrsverbunden einzuführen.

Das Jahresticket für 365 Euro gibt es bereits in Wien, dort besitzen 760.000 Menschen so eine Fahrkarte. Damit ist die Anzahl dieser Tickets in der österreichischen Hauptstadt größer als die der zugelassenen Autos. Die Stadt bezuschusst den öffentlichen Nahverkehr dort mit rund 500 Millionen Euro im Jahr.

ene



insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tropfstein 12.04.2019
1. Autos in der Garage sind doch kein Problem
Was ist mit denen, die das Auto nur für die Fahrt raus aus der Metropole nutzen (z.B. zur Oma in Kleinkleckersdorf, wo kein Zug hinfährt)?` Was ist Familien, die 3 Kästen Sprudelwasser nicht auf dem Farradgepäckträger transportieren können? Es ist doch egal, ob ein Auto an- oder abgemeldet ist. Entscheidend ist, ob es fährt, wo es fährt und v.a. wie oft es fährt.
exHotelmanager 12.04.2019
2. Toll
für die privilegierten 9 to 5er, die beste Verkehrsangebote nutzen können. Wer zu anderen Zeiten fahren muss, darf lange warten und sich die Transportmittel mit sehr unangenehmen Zeitgenossen in unterschiedlichst unerträglichen Zuständen teilen.
Stäffelesrutscher 12.04.2019
3.
Ich kann mich nicht erinnern, dass Herr Hofreiter gefordert hätte, den 365-Euro-Tarif nur Autobesitzern anzubieten. Aber typisch CDU - erst jahrelang gegen umweltfreundlichen Verkehr wettern (man google mal »Thering« und »Busbeschleunigung«), und dann irgendeinen Klopper raushauen. Wie man das als 12-Prozent-Partei so macht, wie einst Westerwelle.
foxb3b3 12.04.2019
4. und wer darfs zahlen?
Das ist doch das eigentliche Problem. Hören sich ja immer toll an solche Vorschläge, genauso wie Kostenloser Nahverkehr für alle. Man muss aber dabei bedenken, dass es trotzdem irgendwie bezahlt werden muss. Die Busse und Bahnen fahren ja nicht mit Luft und Liebe. Da eh schon alle Nahverkehrsysteme defizitär arbeiten, würden hier Einnahmen komplett wegfallen. Und wie kann eine Komune das Geld dafür bekommen? Indem sie die Grundsteuern und eventuell noch die Gewerbesteuern (was aber keine Komune macht) erhöht. Also bezahlen alle Anwohner für den kostenlosen Nahverkehr, ob man es nutzt oder nicht.
christianu 12.04.2019
5. Gute Idee - schlechte Nebenbedingung
Wer ein Jahresticket für 365 Euro kauft, nutzt es im Regelfall auch. Die Nebenbedingung, "sein Auto abzumelden", kann nur von kleingeistigen Menschen ersonnen werden. Gilt das auch für Autofahrer, die 3 Autos besitzen? Was ist, wenn sie sich wieder eines zulegen? Was folgt, wenn der Ehepartner oder eine andere im Haushalt lebende Person das macht? Hier ist wieder viel Raum für deutsche Regulierungswut vorhanden. Städte wie Hamburg leiden unter dem Individualverkehr, nicht nur außerhalb der Autos, sondern auch am Lenkrad. Warum macht man nicht einfach den ÖPNV attraktiv und bezahlbar? Dank der guten Infrastruktur geht es doch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.