Toyota verschenkt Brennstoffzellen-Patente Frei für die Zukunft

Toyota hat als erster Hersteller ein Auto mit Brennstoffzellenantrieb in Großserie auf den Markt gebracht. Jetzt stellen die Japaner ihre Patente für die Wasserstofftechnologie der Konkurrenz kostenlos zur Verfügung. Hinter der großzügigen Geste steckt Kalkül.
Toyota Mirai: Der Hersteller verschenkt seine Brennstoffzellen-Patente

Toyota Mirai: Der Hersteller verschenkt seine Brennstoffzellen-Patente

Foto: Toyota

Las Vegas - Der japanische Autobauer Toyota gibt Tausende Patente für die Brennstoffzellen-Technologie frei und will damit die Entwicklung dieser neuen Antriebstechnik fördern. Das Angebot solle für die Einführungszeit des ersten Brennstoffzellen-Serienmodells Mirai von Toyota voraussichtlich bis Ende 2020 gelten, sagte Konzernmanager Bob Carter auf der Technikmesse CES in Las Vegas am Montag.

5680 Patente, darunter etwa 1970 auf Erfindungen zu Brennstoffzellen und 290 zu Wasserstofftanks, stünden somit kostenfrei zur Verfügung, teilte Toyota am Dienstag mit. Die 170 Patente für Nachfüllstationen will Toyota sogar unbegrenzt gratis zu Nutzung freigeben. Damit wolle Toyota "einen Schritt weitergehen, die Nutzung von Brennstoffzellen-Autos fördern und aktiv zu einer wasserstoffbasierten Gesellschaft beitragen", so Carter.

Fotostrecke

Autogramm Toyota Mirai: Zurückbleibt eine Pfütze

Foto: Toyota

Während andere Autobauer in Las Vegas einen Schwerpunkt auf selbstfahrende und vernetzte Autos setzten, beschränkte Toyota die kurze CES-Präsentation fast ausschließlich auf das Brennstoffzellen-Auto. Es werde in diesem Jahr auf den Markt kommen. Man werde 2015 voraussichtlich nur 700 Mirai-Fahrzeuge bauen, sagte Carter. Im nächsten Jahrzehnt sollen es Zehntausende jährlich sein.

Toyota arbeitet seit rund 20 Jahren an der Brennstoffzellen-Technologie und nahm dafür hohe Investitionen in Kauf. Beim Rest der Branche wird die Technik, bei der Wasserstoff in Strom umgewandelt wird, größtenteils skeptisch gesehen. Mercedes befasst sich zwar seit vielen Jahren mit der Technik, doch die schon mehrfach angekündigte Serienreife wurde immer wieder verschoben. Derzeit heißt es, man werde im Verbund mit Ford und Renault-Nissan im Jahr 2017 so weit sein.

Es ist kein Einzelfall, dass ein Unternehmen seine Patente frei nutzen lässt, um einem Markt einen Schub zu geben. Einen ähnlichen Weg  ging zum Beispiel auch der Elektroauto-Hersteller Tesla. Was auf den ersten Blick nach einer großzügigen Geste aussieht, hat Kalkül. Denn sowohl Elektro- als auch Brennstoffzellen-Autos gelten zwar als fortschrittlich, werden aber nach Expertenmeinung kaum aus dem Nischendasein herausfinden. Durch das Freigeben der Patente besteht zumindest die Chance, dass andere Hersteller auch auf die Technologie umsteigen und sich Kosten - etwa beim Aufbau der nötigen Infrastruktur - teilen lassen.

smh/dpa/AFP