China Provinz ordnet Satellitenüberwachung für alle Autos an

Behörden in Chinas Westen haben die Überwachung aller Fahrzeuge via Satellit angeordnet. Tankstellen müssen Autos ohne GPS-Sender in Zukunft abweisen. Angeblich soll das beim Kampf gegen den Terror helfen.

Polizeiposten in Xinjiang (2013)
AFP

Polizeiposten in Xinjiang (2013)


Behörden in der chinesischen Provinz Bayingolin im Westen des Landes haben die Ausrüstung aller Autos in der Region mit Systemen angeordnet, die eine Überwachung via Satellit ermöglichen. Es handele sich um eine Maßnahme zur Bekämpfung des Terrorismus, teilten die Behörden mit.

Bayingolin liegt im muslimisch geprägten Nordwesten Chinas, in der Provinz Xinjiang. In der Region kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der muslimischen Bevölkerungsgruppe der Uiguren und Han-Chinesen. In den vergangenen Jahren kamen dabei Hunderte Menschen ums Leben.

"Autos sind das Hauptfortbewegungsmittel für Terroristen und werden oft als Werkzeug für Terrorattacken benutzt", teilte die Verkehrspolizei Bayingolin als Begründung auf dem Kurznachrichtendienst Weibo mit, dem chinesischen Pendant zu Twitter. Im Gespräch ist darüber hinaus der Einsatz sogenannter RFID-Chips in Nummernschildern.

Alle Fahrzeuge müssen ab 30. Juni einen GPS-Sender nachweisen, der mit dem Navigationssystem Beidou verbunden sei, damit sie "nachverfolgt werden können, wo immer sie hinfahren", schreibt die staatliche Zeitung "Global Times". Der Schritt werde es allerdings auch Autofahrern erleichtern, ihre abgestellten Fahrzeuge schneller wiederzufinden, heißt es in dem Artikel weiter.

Fahrzeuge ohne Sender sollen Tankstellen in der Provinz nicht mehr benutzen dürfen.

Die chinesische Führung macht radikale Islamisten für die Gewalt in der Region verantwortlich. Vertreter der Uiguren wiederum beklagen die Unterdrückung durch die chinesische Zentralgewalt. Peking siedelt seit Jahren gezielt Han-Chinesen in der Provinz an.

beb/Reuters/AFP



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