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Futuristisches Transportmittel TEB: Über alle Probleme hinweggesetzt

Foto: Luo Xiaoguang/ AP

Testfahrt für den Transit Elevated Bus Hoch die Trassen!

Ist es ein Bus auf Stelzen? Eine Bahn mit mobilen Gleisen? In China ist jetzt ein futuristisches Massentransportmittel getestet worden - mit Erfolg.

Plötzlich ging es ganz schnell. Bereits vor sechs Jahren stellte ein chinesisches Unternehmen auf einer Technikmesse in Peking Grafiken eines "3-D-Schnellbusses" vor: Fahrende Brücke, Bus auf Stelzen, mobile Trasse - die Beschreibungen für das Massentransportmittel waren vielfältig. Das "Time Magazine" kürte die Studie zwar zu einer der besten Erfindungen des Jahres 2010, doch die Bahn geisterte anschließend nur durchs Internet. Vor etwa drei Monaten tauchte sie dann als Miniaturmodell  wieder auf einer Messe auf - und nun hat es ein Prototyp tatsächlich auf die Straße geschafft.

Der Transit Elevated Bus (TEB) unternahm seine öffentliche Jungfernfahrt in der nordchinesischen Stadt Qinhuangdao auf einer rund 300 Meter langen Teststrecke. Der Clou an dem Fortbewegungsmittel: Die riesige Fahrgastzelle befindet sich rund zwei Meter über dem Boden und gleitet auf Schienen über den Straßenverkehr hinweg.

Song Youzhou, der Chefentwickler des TEB, machte unter anderem im chinesischen Staatssender folgende Angaben zu seiner Erfindung:

  • Der Prototyp ist 22 Meter lang und rund acht Meter breit.
  • In den Passagierraum passen bis zu 300 Personen.
  • Bis zu vier TEB können aneinandergehängt werden.
  • Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 km/h.
  • Die Kosten für ein TEB betragen etwa vier Millionen Euro.
Passagiere beim Probesitzen im TEB

Passagiere beim Probesitzen im TEB

Foto: Luo Xiaoguang/ AP

Über Staus fährt der TEB in der Theorie von Song Youzhou einfach hinweg, und im Gegensatz zu U- und Straßenbahnen müssen für ihn keine Tunnel gegraben oder Trassen errichtet werden - die Schienen werden parallel zu den Straßen verlegt. Klingt nach einer guten Lösung für den täglichen Verkehrskollaps in Megacitys und nach einer Rettung für die versmogten Metropolen Chinas.

Was allerdings aus Fahrzeugen wird, die höher als zwei Meter sind, dazu äußerten sich die Projektleiter noch nicht. Busse oder Lkw müssten bei der derzeitigen Abmessung des TEB schließlich von den Straßen verschwinden.

Der kurzen Probefahrt in Qinhuangdao werden aber wohl noch weitere folgen: Laut einem Bericht der "New York Times"  hat Song Youzhou eine schriftliche Zusage der Verwaltung der Stadt Shenyang. Dort soll eine 20 Kilometer lange Teststrecke für den TEB gebaut werden.

cst