Chrysler Keine Dieselmotoren mehr von VW

Schlappe für die Wolfsburger. Der US-Autohersteller Chrysler will seine Dieselmotoren künftig von anderen Herstellern beziehen. Die Ankündigung der Amerikaner kommt just in dem Augenblick da VW eine eigene Motorenfertigung in Nordamerika plant.


Frankfurt - Die Ankündigung der früheren Daimler-Tochter scheint Volkswagen kalt erwischt zu haben. Gerade hatte das Unternehmen angekündigt, eine weitere Motorenfabrik in Nordamerika aufbauen zu wollen, da kündigt ausgerechnet ein amerikanischer Großkunde seinen Rückzug an.

Autoproduktion bei Chrysler: Künftig will der US-Konzern keine VW-Dieselmotoren mehr verbauen
AP

Autoproduktion bei Chrysler: Künftig will der US-Konzern keine VW-Dieselmotoren mehr verbauen

Chrysler wolle künftig keine Dieselmotoren mehr von VW beziehen, berichtet "auto motor und sport". Der Entwicklungschef des Unternehmens, Frank Klegon, sagte der Zeitschrift laut einer Vorabmeldung vom Samstag: "Heute kaufen wir unsere Diesel-Motoren noch von Mercedes, der GM-Tochter VM Motori und VW ein. Der Vertrag mit VW wird allerdings in Kürze auslaufen und nicht verlängert. Wir wollen unsere Bezugsquellen konsolidieren."

Im vergangenen Jahr habe VW rund 40.000 Selbstzünder an Chrysler geliefert. Damit waren die Wolfsburger der kleinste Dieselmotorenlieferant für das US-Unternehmen. Mercedes lieferte weitere 43.000, die GM-Tochter Motori gar 55.000 Diesel-Treibsätze. Nach Angaben des Magazins sollen die bisher an VW vergebenen Aufträge künftig an Mercedes Benz gehen. Ein Unternehmenssprecher wollte diese Angabe jedoch nicht kommentieren.

VW hingegen plant einer Vorabmeldung der Branchenzeitung "Automobilwoche" zufolge, neben einem neuen Montagewerk in Nordamerika nun auch die Produktion von Motoren und Getrieben im Dollarraum. "Wenn wir diese Komponenten nicht lokal fertigen, werden wir nicht wettbewerbsfähig sein", sagte VW-Nordamerika-Chef Stefan Jacoby der "Automobilwoche". Damit wolle VW seine Abhängigkeit vom Dollarkurs verringern. Neben den USA nannte er Kanada und Mexiko als mögliche Standorte für ein solches Werk.

mak/Reuters/dpa



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