Citroën Airplay Zitroneneis für zwei

Erfrischend, geschmackvoll, eigenwillig - so lässt sich die Kleinwagenstudie charakterisieren, die Citroën bei der gerade eröffneten Motor Show di Bologna vorgestellt hat. Ein Auto, das nicht nur auf Grund seiner Farbe an ein Zitroneneis erinnert.


"Bitte bauen!" möchte man den Verantwortlichen bei Citroën spontan zurufen. Warum eigentlich schaffen es die tollsten Autoideen immer nur bis zum Studienreife, und aus den Fabriken rollen vornehmlich von Marketing-Bedenkenträgern auf das Wesentliche reduzierte Durchschnittsfahrzeuge? Natürlich ist es mal wieder eine Frage des Geldes. Von dem können die Autohersteller nicht genug bekommen, weshalb sie auf die Masse blicken. Umgekehrt aber werden extrovertierte Autos nur in den seltensten Fällen zu massenhaft nachgefragten Verkaufsschlagern. Da wird es dem Citroën Airplay nicht besser ergehen, doch für die paar Tage, in denen er auf der Motor Show di Bologna gezeigt wird, darf er ruhig im Rampenlicht stehen.

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Citroën Airplay: Sauer macht lustig

Wie stets, wenn Citroën Studien enthüllt, werden sich einige Details dieses Fahrzeugs in späteren Serienmodellen wiederfinden. In Fall des Airlounge könnte es vielleicht die durchgehende vordere Sitzbank sein, die spätestens seit den siebziger Jahren aus neuen Autos verschwunden ist. Der Clou dieser Couch ist ein Silikonüberzug, der sich auch über die Bedientasten spannt, die in der Mitte der Sitzfläche gruppiert sind. So entsteht ein ganz neues Gefühl beim Drücken der Klimaknöpfe oder beim Einstellen des Gebläses. Alle anderen Regler und Schalter sind auf der feststehenden Lenkradnabe - die kennt man schon vom Citroën C4 - untergebracht. So wird die Armaturentafel frei von jeglichem Ballast und strahlt in einem kräftigen Rot den Insassen fröhlich entgegen. Citroën möchte mit dem Airplay demonstrieren, dass ein inniges Fahrgefühl sich auch ohne PS-Protzerei einstellen kann. Motorisiert ist die Studie mit einem 110 PS starken Benzinmotor, der mit einem automatisierten Senso-Drive-Getriebe gekoppelt ist. Dass sich bei den Insassen dennoch ein Gefühl der Rasanz einstellt, liegt am ausgeklügelten Ventilationssystem, das schon bei niedrigen Geschwindigkeiten die Fahrwinde um die Passagiere schmeicheln lässt, und an den Sichtluken im unteren Teil der Türen. So entsteht der Eindruck, das man beinahe auf der Straße sitzt. Eine Eigenschaft, die sonst nur Sportwagen für sich in Anspruch nehmen können.

Ob sich solche Details je in einem Serienauto wiederfinden werden? Jedenfalls ist es erfrischend zu sehen, wie die Citroën-Entwickler einen gerade mal 3,30 Meter kurzen Kleinwagen so putzmunter hergerichtet haben. Ein Auto wie ein Zitroneneis an einem Sommertag.



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