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Citroën DS3 Racing: Schwarz-oranges Renntrikot

Foto: Tom Grünweg

Citroën DS3 Racing Kleinwagen im PS-Rausch

Citroën ist Seriensieger in der Rallye-WM, doch ein Transfer des Sport-Images auf die Serienautos findet so gut wie gar nicht statt. Um das zu ändern, haben die Franzosen das limitierte Modell DS3 Racing mit mehr als 200 PS aufgelegt. Und plötzlich hat Citroën einen rasanten Erfolg.

Citroën? Da denkt man selbst heute noch wahrscheinlich zuerst an Ente oder DS. Und wenn man genauer überlegt, kommen einem vielleicht auch der familienfreundliche Kastenwagen Berlingo oder die witzigen Picasso-Vans in den Sinn. Aber sportliche Autos? Die hat bei der französischen Marke keiner auf dem Zettel. Dabei engagiert sich die Marke seit Jahren konsequent im Rallye-Sport und ist dort überaus erfolgreich. Citroën fuhr, natürlich auch dank des kongenialen Rennfahrers Sebastien Loeb, bereits fünf Mal den Konstrukteurstitel der WRC ein - und auch in der aktuellen Saison liegt die Marke wieder auf Siegkurs. Nur: Wer außerhalb der Rallye-Szene weiß das schon?

Um das zu ändern und der Marke einen sportlichen Anstrich zu geben, hat Citroën nun Ende des vergangenen Jahres das Modell DS3 Racing aufgelegt. Auf 2000 Exemplare pro Jahr limitiert und mit 29.990 Euro in Deutschland teurer als ein VW Golf GTI, hat das Auto technisch zwar kaum eine Schraube gemein mit dem Rennwagen des Champions, ist aber optisch fast genauso auffällig gestaltet. Der Kühlergrill trägt - wie auch das Dach und die Felgen - ein grelle Orange-Lackierung, und die ansonsten schwarze Karosserie ist wie ein echter Rennwagen ringsum mit Aufklebern dekoriert.

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Citroën-Historie: Ente, Granaten und die Göttin

Starke Kontraste prägen auch das Interieur. Der Innenraum ist eine schwarze Höhle, in der scheinbar ein Feuer flackert. Während Türen, Dachhimmel und die Sitze mit extra dunklen Stoffen bezogen sind, ist das Armaturenbrett analog zu den äußeren Anbauteilen wieder in der schillernden Signalfarbe Orange lackiert. Dazu gibt es ein paar witzige Dekorfolien, Fußmatten mit Rallye-Mustern und zwei ungeheuer große Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und mächtigen Seitenwangen. Die bieten zwar tatsächlich optimalen Halt und schmiegen sich durchaus bequem an den Körper, sind aber für die Hinterbänkler eine Zumutung. Ohnehin schon eingesperrt in eine dunkle Gruft, in der man nicht einmal ein Fenster öffnen kann, ist den Fondinsassen durch die Sportsitze auch der Blick nach vorn fast völlig verbaut. Andererseits: Wer sitzt in einem Rallye-Auto schon hinten?

Der Motor ist der Benzindirekteinspritzer aus der Kooperation mit BMW

In Fahrt bringt die kleine Auto-Granate ein Vierzylindermotor, der zumindest in der Grundform auch in Loebs Rallye-Rennwagen zum Einsatz kommt. Denn hier wie dort bauen die Franzosen auf einen 1,6 Liter großen Benzindirekteinspritzer mit Turbolader. Während der Benziner für den Rennwagen allerdings eigens für den Rallye-Einsatz konstruiert wurde, erhält das Serienmodell den Standardmotor aus der Kooperation mit BMW - der bayerische Konzern etwa nutzt die gleiche Maschine im Mini-Modell John Cooper Works. Im Citroën DS3 leistet das Aggregat 207 PS und kommt auf 275 Nm Drehmoment. Es hat einen kernigen Klang und einen noch kräftigeren Antritt. Auf Tempo 100 schießt der Wagen in 6,5 Sekunden und ein Ende der Raserei erfolgt erst bei 235 km/h.

Auf feuchter Straße hat der PS-potente DS3 bisweilen Probleme, weil er natürlich - anders als das WRC-Auto - ohne Allradantrieb auskommen muss. Doch mit einem halbwegs feinfühligen Gasfuß lässt sich der Kraftzwerg vergleichsweise manierlich bewegen. Denn anders als das Design ist das Fahrwerk nicht auf Krawall gebürstet, und der Turbomotor ist so elastisch, dass man den DS3 Racing im Alltag wunderbar schaltfaul fahren kann. Dass es kein Doppelkupplungsgetriebe gibt, lässt sich daher leicht verschmerzen. Doch sobald der Fuß etwas fester aufs Gaspedal gedrückt wird, erwacht im Biedermann ein Brandstifter. So ähnlich also fühlt es sich an, wenn Monsieur Loeb mit seinem Boliden eine Wertungsprüfung unter die Räder nimmt - nur dass der Meister weitere 100 PS mehr im Motorraum hat.

Im Alltag dürfte das sportliche Auto wohl mit acht Litern klarkommen

Überraschend ist der Verbrauch des DS3 Racing: Der Prüfstandswert von 6,4 Litern ist zwar genauso unrealistisch wie die 13 Liter, die auf einer besonders rasanten Vollgasetappe - nennen wir sie einfach mal Sonderprüfung - in den Brennkammern verpulvert wurden. Doch am Ende von mehr als 1500 sehr durchschnittlichen Testkilometern zeigte der Bordcomputer einen Wert von rund 8 Liter. Für so viel Leistung ist das gar nicht schlecht - für ein Alltagsauto trotzdem zu viel.

Obwohl der DS3 Racing mehr als doppelt so viel kostet wie das Einstiegsmodell der Kleinwagenbaureihe, ist er beim Händler erfolgreich: Die ersten 50 Autos für den deutschen Markt waren binnen eines Tages verkauft und nach wenigen Wochen war die komplette Charge von 340 Fahrzeugen für dieses Jahr vergriffen. Daraus haben die Verantwortlichen bei Citroën bereits Konsequenzen gezogen: Von den abermals 2000 im kommenden Jahr gebauten Autos sollen allerdings mehr als zuletzt zu den deutschen Händlern kommen.

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