Alternative zu Fahrverboten Grüne und FDP ziehen Citymaut in Betracht 

Gegenüber der Citymaut zeigen sich nun auch die Grünen und die FDP offen. Die Einführung der Gebühr soll das Fahren in der Stadt künftig "unattraktiver" machen.

Auch Grüne und FDP denken über eine Citymaut nach
imago images / photothek

Auch Grüne und FDP denken über eine Citymaut nach


Politiker von FDP und Grünen haben sich offen für die Einführung einer Citymaut in Städten gezeigt. "Eine Citymaut kann unter bestimmten Voraussetzungen eine sinnvolle Möglichkeit zur Verkehrssteuerung in besonders belasteten Städten und eine Alternative zu Fahrverboten sein", sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Maut müsse sich aber nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen richten.

Dieter Janecek von den Grünen plädierte ebenfalls für eine solche Maut. Man müsse es "unattraktiver machen, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren".

Erneut wächst damit der Druck auf die Bundesregierung. Erst kürzlich hatte eine Gruppe hochrangiger Regierungsberater und Wissenschaftler die Bundesregierung aufgefordert, eine Citymaut für Autos einzuführen. Sie argumentierten, dass eine Citymaut deutlich sozialer und ökonomisch sinnvoller sei als Fahrverbote für Dieselfahrer. Letztere hätten den Nachteil, dass sie bestimmte Fahrzeuge vom Verkehr ausschließen würden, ohne dabei die sozialen Folgen für die Autofahrer zu berücksichtigen oder Alternativen anzubieten. Auch der Deutsche Städtetag wollte den Städten die Möglichkeit geben, die Maut zu testen.

Deutschen mehrheitlich gegen Citymaut

Ende April hatte die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther die Debatte über eine Citymaut in Berlin losgetreten. "Über kurz oder lang" werde man in der Hauptstadt über eine solche Abgabe diskutieren müssen. "Es wird bei der knappen Ressource Fläche in der Stadt deutlich teurer werden müssen, mit Autos den öffentlichen Raum zu nutzen", hatte sie damals gesagt.

Laut einer Umfrage des SPIEGEL ist eine deutliche Mehrheit der Deutschen gegen die Abgabe. Knapp 57 Prozent lehnen eine Citymaut ab, nur gut 35 Prozent sind dagegen offen für die Gebühr.

cfr/dpa

insgesamt 216 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mckberlin 24.05.2019
1. Ich wohne in der stadt
Berlin / ich bin für mindestens 100€ pro Monat
Leser161 24.05.2019
2. Warum nicht attraktiv?
Der ÖPNV sollte in der Lage sein effizient und kostengünstig Leute in die Stadt zu schaffen (Viele Leute in einem grossen Elektrofahzeug aka Zug). Aus irgendwelchen Gründen ist er das nicht. Statt diesen unverständlichen Umstand beim ÖPNV zu beheben werden einfach die Alternativen teurer gemacht. Ökologisch ist für mich niedriger Ressourcenverbrauch. Niedriger Ressourcenverbrauch sollte in unserem Wirtschaftssystem kostengünstig sein. Da das nicht der Fall ist: Es geht wieder ums Geldverdienen, nicht ums ökologische Ressourcensparen.
MikelFriess 24.05.2019
3. Ernsthaft?
Wie wäre es denn mit einer wirklichen Alternative zum Individualverkehr? Solange der ÖPNV in Deutschland teuer, unbequem und unzuverlässig bis hin zu gar nicht vorhanden (2 mal am Tag ein Bus zählt wohl kaum) ist, solange wird sich auf PKW nicht verzichten lassen.
isi-dor 24.05.2019
4. Straßenparken verbieten!
Eine City-Maut wäre vermutlich nicht mal nötig für den Klimaschutz, wenn man sich endlich dazu durchringen könnte, das Straßenparken auf Durchgangsstraßen rigoros zu verbieten. Ich durchquere täglich Orte, in denen ich und auch die ganzen Busse hundertmal anhalten und wieder anfahren müssen und dabei tonnenweise Abgase in die Anwohnerluft blasen, nur weil die Letzteren ihre Garagen zumüllen und aus Bequemlichkeit keinen 20m entfernten Parkplatz anfahren wollen. Allein das könnte schon dazu führen, dass die Klimaziele erreicht werden.
maduch 24.05.2019
5. Unattraktiver
machen . Witz komm raus ! Was soll beim Autofahren in der Stadt attraktv sein .Jeder steht im Dauerstau ,durch komplett falsche Ampelschaltungen , Radler ohne Verkehrskenntnisse ,Parkraumnot etc . Vorerst sollten die Öffis attraktiver werden , dann steigen Viele freiwillig um , so wie der Radler aus Hamburg stolz mit dem Radl morgens ca. 1 km zum Bahnhof Iserbrook radelt , sein Rad ohne Rücksicht in die vollbesetze S-Bahn quetscht um am HBF dann die Möncke zur Europassage zu fahren und stolz auf sein Werk ist . Die verschmutze Kleidung der Anderen interessiert da nicht denn er gehört ja zu den Guten
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.