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Blech raus, Lebensqualität rein: Elf Ideen für menschenfreundlichere Städte

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Citymaut und Co. Elf Ideen für menschenfreundlichere Städte

Weniger Lärm und Abgase, dafür mehr Lebensqualität: Dieses Ziel verfolgen Städte mit unterschiedlichen Methoden - und machen damit sogar das Autofahren angenehmer.

Wie schwer es sein kann, eine Stadt umzubauen, erlebte kaum jemand so krass wie Frank Beke. Im Jahr 1997 erhielt der damalige Bürgermeister der belgischen Stadt Gent eine Patrone per Post. Ein Ladenbesitzer aus der Innenstadt hatte ihm die Morddrohung zukommen lassen. Der Grund: Bekes Plan, die rund 35 Hektar große Innenstadt Gents in eine Fußgängerzone zu verwandeln. Viele Geschäftsleute fürchteten, dass sie dadurch Kunden verlieren würden.

Der Bürgermeister hielt trotzdem an seinem Plan fest. Und das Gegenteil trat ein, er verhalf der Innenstadt zu einer neuen Blüte. Heute meckert kaum mehr jemand über die Fußgängerzone, sondern das Gegenteil sei der Fall, erklärte Bekes Nachfolger Daniel Termont gegenüber dem "Guardian": Wenn er den Schritt seines Vorgängers rückgängig machen würde, müsste er eine kugelsichere Weste tragen.

Auch Autofahren wurde durch Einschränkungen angenehmer

Termont setzte deshalb das Werk seines Vorgängers fort. Im Jahr 2017 schränkte die Stadtverwaltung den Autoverkehr noch stärker ein, 72 Prozent der Einwohner unterstützten den Plan. Sechs Stadtteile, die das Zentrum umgeben, sind für Autofahrer nun nur noch von einer Ringstraße aus zugänglich. Dadurch soll Durchgangsverkehr umgeleitet werden. Und der sogenannte Umfahrungsplan wirkte, die Autonutzung sank in der Stadt um zwölf Prozent, die Zahl der Radfahrer nahm dagegen um 25 Prozent zu. Und die Luftqualität verbesserte sich an 22 von 29 Messstellen.

Die Einschränkungen verbesserten Zahlen  der Stadt Gent zufolge jedoch auch die Situation für Autofahrer: Es gebe weniger Staus auf Zufahrtstraßen ins Stadtzentrum - und wer tatsächlich mit dem Auto in die Stadt muss, findet leichter einen Parkplatz. So sank der Parkdruck an den kostenpflichtigen Parkplätzen in der Stadt von 77 auf 63 Prozent, die Belegung der Tiefgaragen ging tagsüber von 54 auf 48 Prozent zurück.

Gent ist jedoch nur ein Beispiel von vielen. Wie andere Städte für mehr Entspannung auf den Straßen und eine höhere Lebensqualität sorgen wollen, sehen Sie in der Bildergalerie.