Statt Parkschein Cloppenburg führt kostenloses Parken mit Sanduhr ein

Einmal zur Post oder kurz eine Zeitung aus dem Kiosk holen - Kurzzeitparken ist in Cloppenburg ab jetzt kostenlos. Allerdings nur, wenn der Fahrer ein Zeitmessgerät aus dem 14. Jahrhundert an Bord hat.

Sanduhr an der Scheibe eines parkenden Autos in Cloppenburg
Mohssen Assanimoghaddam/ DPA

Sanduhr an der Scheibe eines parkenden Autos in Cloppenburg


Mit einer Sanduhr statt einem Parkschein hinter der Scheibe können Autofahrer im niedersächsischen Cloppenburg seit Freitag eine Viertelstunde kostenlos parken. Das Kurzzeitparken gratis solle kleine Besorgungen wie den Gang zur Apotheke oder zur Post erleichtern, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Die Begründung der kuriosen Maßnahme: Bei Parkscheiben könne man meist nur halbe Stunden einstellen, die Sanduhren liefen dagegen genau 15 Minuten. Erlaubt sei das Kurzzeitparken gratis auf allen öffentlichen und gebührenpflichtigen Parkplätzen im Stadtgebiet - allerdings nur mit den städtischen Sanduhren. Diese sind für drei Euro das Stück im Bürgeramt erhältlich.

Auch andere Städte nutzen die Sanduhr

Die Sanduhren müssen mit einem Saugnapf senkrecht an der Innenseite des Fahrerfensters angebracht werden. Fallen sie herunter oder werden sie nach dem Ablaufen erneut umgedreht, drohe eine Strafe wie beim Parken ohne Parkschein, teilte die Stadt mit. Kaputte Sanduhren können kostenlos umgetauscht werden.

Am Freitagvormittag wurden der Sprecherin zufolge schon rund 300 Sanduhren verkauft. Das Parken mit einer Sanduhr ist im bayerischen Volkach schon seit 2016 möglich, in Kirchheim unter Teck in Baden-Württemberg schon etwas länger.

cfr/dpa



insgesamt 41 Beiträge
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panama¡consulting 03.05.2019
1. Deutschland und Digitalisierung
Ein weiterer wichtiger Fortschritt auf dem Weg zur Digitalisierung in Deutschland. Ausländische Touristen werden bestimmt beim Anblick der Sanduhren in den Autos, über die deutsche Innovationsfähigkeit in Begeisterung ausbrechen. ;-).
immer_unterwegs 03.05.2019
2. Unglaublich!
... das man so etwas einfaches einführt! Wo ist denn da die App? Die Cloudlösung? Die Blockchain?
bauerbob 03.05.2019
3. Zum Glück keine App!
Kennt ihr noch Apps? Diese Dinger, für die man ein Smartphone benötigte, dessen Akku immer leer war. Viele Apps gab's nur für eine Sorte Handys, dann musste man eine Alternative suchen, die dann aber nicht halb so gut funktioniert. Und immer diese Fummelei mit der Bedienung. Ein Glück sind diese steinzeitlich anmutenden Zeiten vorbei und jetzt gibt's Sanduhren. Einfach, intuitiv, billig. Respekt @Cloppenburg für diesen mutigen Schritt!
widower+2 03.05.2019
4. Post?
Wenn damit ein echtes Postamt gemeint ist, von denen es kaum noch welche gibt, wird man in den seltensten Fällen mit 15 Minuten auskommen. 30 Minuten sind da schon arg optimistisch.
leo.dom 03.05.2019
5. Ganz großartig!
Kann jeder bedienen, die Funktion erschließt sich intuitiv, ist manipulationssicher, kann nicht gehackt werden, braucht keinen Strom und weder update noch Ersatzteile und geht immer (außer nach dem Sturz, aber kaputt ist kaputt, auch bei der Digitallösung). So etwas braucht die Welt - im Ernst! Und kann auch eine schöne Erinnerung an den Besuch in Cloppenburg sein. Die Nordeutschen sind eben praktische und bodenständige Menschen - sehr sympathisch!
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