CO2-Auflagen für Autobauer EU-Kommissar weist deutsche Kritik zurück

Die einen pochen auf den Klimaschutz, die anderen sprechen von Ungerechtigkeit - nun hat sich EU-Umweltkommissar Dimas in der Debatte um die geplanten CO2-Auflagen für Autohersteller zu Wort gemeldet. Die Pläne seien keine Strafe, sondern eine Chance für die deutsche Industrie.


Berlin - Stavros Dimas wies die Kritik von Bundesregierung und deutscher Autoindustrie scharf zurück. "Die Pläne der EU-Kommission zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Autos sind keine Bestrafung, sondern eine Chance für die deutsche Industrie", sagte Dimas der "Welt am Sonntag" laut einem Vorabbericht.

EU-Kommissar Dimas: "Deutsche werden in Kürze den Anschluss finden"
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EU-Kommissar Dimas: "Deutsche werden in Kürze den Anschluss finden"

Die Pläne würden dem Klimaschutz helfen und gleichzeitig zu mehr Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autos auf internationalen Märkten führen, erläuterte Dimas weiter. Dies bringe keine Arbeitsplatzverluste, sondern sichere "langfristig hoch qualifizierte Arbeitsplätze". Dimas betonte, dass Autofahren künftig billiger werde: "Die Autos können infolge der neuen Klimaschutzregeln zwar durchschnittlich um 1300 Euro teurer werden, die Autofahrer sparen aber gleichzeitig 2700 Euro durch weniger Spritverbrauch."

Den Autoherstellern warf Dimas schwere Versäumnisse vor. "Der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission kam nur zustande, weil die europäischen Produzenten ihre Zusagen von 1999 zur freiwilligen Einsparung von Kohlendioxid nicht eingehalten haben. Sie hatten lange genug Zeit, sich den neuen technologischen Herausforderungen und Markterfordernissen zu stellen." Dimas zeigte sich aber überzeugt, "dass die deutschen Automobilhersteller schon in Kürze den Anschluss an die internationalen Wettbewerber finden werden".

Unterdessen kritisierte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) das Vorhaben scharf. Der EU-Plan habe "rein gar nichts mit gutem Klimaschutz zu tun", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf derselben Zeitung. Die Regeln seien willkürlich. "Wer hauptsächlich Klein- und Mittelklassewagen baut, muss sich kaum anstrengen. Am härtesten trifft es die deutschen Premiumhersteller", bemängelte er. Deshalb sei der EU-Plan "unfair gegenüber unserem Land".

Die EU-Kommission hat vergangene Woche einen Plan vorgestellt, wonach gegen die Hersteller von Autos, die mehr als 130 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen, künftig Strafen verhängt werden sollen.

ffr/ddp



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