CO2-Ausstoß Künast will Durchschnittswert auf 80 Gramm senken

Grünen-Vorsitzende Renate Künast hat die deutschen Autohersteller aufgefordert, mehr für den Klimaschutz zu tun. Im Jahr 2020 solle ein Durchschnittsausstoß von 80 Gramm CO2 pro Kilometer erreicht werden – durch ein stärkeres Eingreifen der Politik.


Berlin - Ziel müsse es sein, die durchschnittliche CO2-Emission bis 2020 auf 80 Gramm zu senken, sagte Renate Künast heute in Berlin. Zugleich müsse die Politik, etwa durch strengere Abgasvorschriften, den Unternehmen klare Ziele vorgeben.

Für die Verbraucher sei eine bessere Kennzeichnung umweltfreundlicher Autos nötig. Wichtig sei, dass künftig alle Fahrzeugklassen höhere Umweltstandards erfüllten, sagte Künast. "Man sollte nicht das Ein-Liter-Auto entwickeln und bei den Großen nichts tun." Dafür müsse die Technologie in allen Bereichen weiterentwickelt werden.

Wenn sich zugleich die Kfz-Steuer in Deutschland künftig an der CO2-Emission von Fahrzeugen orientiere, würde dies umweltfreundliche Autos stärken. "Es muss sich richtig lohnen, auf eine moderne Technik umzustellen." Dringend verändern müsse sich aber auch das Image von Autos, betonte die Grünen-Politikerin. So könnten umweltfreundliche Fahrzeuge etwa durch höhere Verkaufsprovisionen für die Händler noch stärker von den Unternehmen unterstützt werden.

sto/AP



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Rainer Helmbrecht 24.04.2007
1. Mehr Technik;o).
Zitat von sysopGrünen-Vorsitzende Renate Künast hat die deutschen Autohersteller aufgefordert, mehr für den Klimaschutz zu tun. Im Jahr 2020 solle ein Durchschnittsausstoß von 80 Gramm CO2 pro Kilometer erreicht werden – durch ein stärkeres Eingreifen der Politik. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,479113,00.html
Wenn Sie einen Durchschnittswert von 80 Gr haben will, bräuchte man die Motoren nur linksrum laufen lassen;o).
Skarrin, 24.04.2007
2. Ein ambitioniertes Ziel...
... und ohne mehr Strom aus erneuerbaren Quellen und Elektroautos nicht zu schaffen. Wie man aber leider im Artikel Steckdosen-Flitzer im Leoparden-Look (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,479016,00.html) sieht, fehlt gerade bei selbsternannten "Experten" selbst das dürftigste Grundlagenwissen dazu. Da faselt ein Herr Lehne über "hohe Wartungskosten" (er meint wohl den Auspuff für die überzähligen Elektronen, der so oft durchrostet) und "problematische Entsorgung" (noch nie was von Recycling gehört!?) bei Elektroautos. Und der arme Herr Stürmer träumt von einem Elektro-Panda mit 70km/h und 100km Reichweite, der sich an jeder Steckdose aufladen läßt. Dabei brauchen die Schweizer und Italiener längst nicht mehr davon zu träumen, die können ihn schon kaufen. Sogar mit 110km/h und deutlich über 100km Reichweite. Wenn schon die "Experten" sich kollektiv im Tal der Ahnungslosen versammelt haben, kann man sich vorstellen, wie es mit dem Wissen um alltagstaugliche Elektroautos im Rest der Bevölkerung aussieht: verheerend! Für den neuen Th!nk in Norwegen gibt es schon ca. 1600 Interessenten für die ersten 200 Fahrzeuge, obwohl er mit "nur" 100km/h und "nur" 180km Reichweite immerhin umgerechnet fast 25.000€ kostet. Wir analysieren im Nebel herum, andere produzieren schon - so gehts immer schön bergab mit der deutschen Autoindustrie! Gruß Skarrin
Privatier, 24.04.2007
3. Kleine hängt man, Große läßt man "drecksen"
Schadstoffreduzierungen bei Kraftfahrzeugen werden Deutschland nur unmerklich sauberer machen, solange wir um ein Vielfaches grössere Drecksschleudern betreiben - die aber lustigerweise viel weniger das Ziel der offensichtlich mehr von Aufgeregtheit als von Sachverstand getriebenen öffentlichen Diskussion sind. Ein Beispiel: Ein (nach heutigen Masstäben sehr schwach motorisiertes) Fahrzeug mit einer Motorleistung von 37 KW (ca. 50 PS) und einer CO2-Emission von 80 g pro Km hinterläßt nach einer Stunde Fahrt mit einer Geschwindigkeit von 100 Km/h insgesamt 8000 g CO2. Angenommen, der Motor wäre dabei voll ausgelastet gewesen, hätte er 37 KW/h erzeugt, und damit 216 g CO2 pro KW/h emittiert. Braunkohlekraftwerke kleckern demgegenüber aber nicht nur in die Umwelt, sondern klotzen sie geradewegs zu: Je nach Zusammensetzung der Kohle belasten sie die Umwelt mit zwischen 1100 g (NRW) bis zu 1250 g (Lausitz) CO2 pro KW/h, d.h. mit der fünf- bis sechsfachen Menge des potentiellen Klimakillers, die Kraftfahrzeugen zugestanden wird. Mittlerweile ärgere ich mich aber nicht mehr über Mitmenschen, die unermüdlich Automobile verlangen, die beispielsweise nur 80 g CO2 pro Kilometer emittieren, sich aber gleichzeichtig nicht dazu durchringen können, vielfach grössere Drecksschleudern wie Braunkohlekraftwerke durch jederzeit verfügbare Alternativtechnologien, bis hin zu (vergleichsweise) nahezu CO2-freien Kernkraftwerke zu ersetzen (wobei es technisch deutlich einfacher und kostengünstiger wäre, stationäre Anlagen sauberer zu machen, als mobile, wo ja die Problematik dominiert, daß der Energieträger "mitherumgeschleppt" werden muß), sondern beginne Sie als die viel zu wenigen Leute, über die man im Alltag herzhaft lachen kann, immer mehr lieb zu gewinnen. Ich muß allerdings gestehen, daß mir angesichts ihrer treffsicheren Konzentration auf das Unwesentliche (siehe Beispiel oben) hin und wieder der Gedanke kommt, "diese Leute können doch nicht ganz klar im Kopfe sein"... ...den dann aber beruhigend schnell der Gedanke ablöst, daß dies wohl eine förderliche, wenn nicht nicht sogar notwendige Vorraussetzung ist, uns alle so genüßlich zu unterhalten... ;-) MfG
ckerazor, 24.04.2007
4. Denkfehler
Zitat von sysopGrünen-Vorsitzende Renate Künast hat die deutschen Autohersteller aufgefordert, mehr für den Klimaschutz zu tun. Im Jahr 2020 solle ein Durchschnittsausstoß von 80 Gramm CO2 pro Kilometer erreicht werden – durch ein stärkeres Eingreifen der Politik. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,479113,00.html
dann sollten die werten Damen und Herren in Berlin mal mit gutem Beispiel vorangehen, und ihren Monsterfuhrpark auf Smarts oder ähnliches umstellen. Wer sich selbst gerne in einem A8 oder 7er durch die Gegend fahren lässt, aber gleichzeitig vom Steuerzahler der den Fuhrpark finanziert erwartet, das dieser mit einem Kleinstwagen durch die Gegend eiert, erscheint mir nicht besonders glaubwürdig. Die richtige Technik für sparsame Autos gibt es schon lange, siehe VW Lupo oder Audi A2, allerdings werden diese Fahrzeuge von der Masse der Käufer einfach nicht angenommen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass Sparsamkeit immernoch für Verzicht steht, was aber nicht unbedingt zutreffend sein muss. Die Spirale aus immer mehr Motorleistung und Endgeschwindigkeit muss auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit gestoppt werden. Zu hohe Geschwindigkeitskontraste auf der Autobahn und ein dickes Plus an Motorleistung verleiten ungeduldige Zeitgenossen zu teilweise haarsträubenden Manövern auf Gefahr anderer. Übrigens: Hätten die Hersteller die Fahrzeuge bei gleichbleibender Motorleistung weiterentwickelt, wären wir heute bei unter 5 Liter bei einem größeren Fahrzeug wie dem VW Passat. Die Entwicklung bestehend aus steigendem Gewicht und steigender Motorleistung kann nur mit steigendem Verbrauch einhergehen. Die ersten TDI Fahrzeuge lagen mit ihren 90 PS im 5l/100km Bereich. Jetzt haben wir Diesel die (z.b. im Touareg, X5 etc.) über 10 Liter saufen. Willkommen in der Zukunft...
scotty55, 25.04.2007
5. Auch auf Propaganda reingefallen?
Zitat von ckerazordann sollten die werten Damen und Herren in Berlin mal mit gutem Beispiel vorangehen, und ihren Monsterfuhrpark auf Smarts oder ähnliches umstellen. Wer sich selbst gerne in einem A8 oder 7er durch die Gegend fahren lässt, aber gleichzeitig vom Steuerzahler der den Fuhrpark finanziert erwartet, das dieser mit einem Kleinstwagen durch die Gegend eiert, erscheint mir nicht besonders glaubwürdig. Die richtige Technik für sparsame Autos gibt es schon lange, siehe VW Lupo oder Audi A2, allerdings werden diese Fahrzeuge von der Masse der Käufer einfach nicht angenommen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass Sparsamkeit immernoch für Verzicht steht, was aber nicht unbedingt zutreffend sein muss. Die Spirale aus immer mehr Motorleistung und Endgeschwindigkeit muss auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit gestoppt werden. Zu hohe Geschwindigkeitskontraste auf der Autobahn und ein dickes Plus an Motorleistung verleiten ungeduldige Zeitgenossen zu teilweise haarsträubenden Manövern auf Gefahr anderer. Übrigens: Hätten die Hersteller die Fahrzeuge bei gleichbleibender Motorleistung weiterentwickelt, wären wir heute bei unter 5 Liter bei einem größeren Fahrzeug wie dem VW Passat. Die Entwicklung bestehend aus steigendem Gewicht und steigender Motorleistung kann nur mit steigendem Verbrauch einhergehen. Die ersten TDI Fahrzeuge lagen mit ihren 90 PS im 5l/100km Bereich. Jetzt haben wir Diesel die (z.b. im Touareg, X5 etc.) über 10 Liter saufen. Willkommen in der Zukunft...
Dem ersten Punkt kann ich uneingeschränkt zustimmen. Der zweite Punkt ist leider Blödsinn. Die Autobahnen sind mit Abstand die sichersten Strassen Deutschlands, und diese Sicherheit nimmt seit 30 Jahren kontinuierlich zu. 2005 gab es ca. 3500 Tote auf Landstrassen, aber nur ca. 650 auf Autobahnen, obwohl auf den BABs mehr Kilometer gefahren werden als auf den Landstrassen. Sieht man sich die weltweiten Autobahn-Statistiken an, stellt man fest, dass zwischen Tempolimits und Unfallzahlen keinerlei Zusammenhang besteht. Die sehr strikt limitierten und kontrollierten USA liegen auf den Interstate-Highways um einen Faktor 1.5 über den Zahlen der deutschen BABs. Der dritte Punkt ist komplett irreführend. Ein 105PS oder 140PS Golf-TDI verbraucht immer noch 5-6l/100km, genau wie die ersten TDIs vor 20 Jahren. Trotz Leistungs- und Gewichtszuwachs. Ein Golf-1 mit 75PS wog etwa 600kg weniger als der heutige Golf-TDI mit 140PS. Davon gehen 150kg auf das Konto des Grössenzuwachses und der passiven Fahrsicherheit (Crashtest), und 400kg auf das Konto der Komfortansprüche. Der Rest von 50kg verteilt sich auf Motor, Getriebe, Fahrwerk und Bremse. Es sind natürlich eine ganze Reihe von Modellen rausgekommen, die erheblich grösser, schwerer und schneller sind als die vor 20 Jahren. Diese stellen aber nur einen kleinen Anteil des deutschen Fuhrparks, weil sie in der Anschaffung und dem Betrieb für den Durchschnittsbürger zu teuer sind. Sie geniessen aber die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Öko-Ideologen, weil sich das propagandistisch gut verwerten lässt und keine Sachkompetenz erfordert. Mit Umweltpolitik hat das nichts zu tun.
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