CO2-Ausstoß Welche Autos sind die größten Umweltsünder?

Die EU-Kommission hat entschieden: Erstmals soll den Autobauern vorgeschrieben werden, wie viel Kohledioxid ihre Modelle ausstoßen dürfen. Viele Hersteller sind noch weit von den Klimaschutzzielen entfernt. Ein Überblick über die größten Umweltsünder auf Europas Straßen.


Brüssel - Fast ein Jahrzehnt hatten die europäischen Autobauer Zeit, den Ausstoß klimaschädlicher Abgase zu senken. Doch von ihrem damaligen Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen der Neuwagen bis 2008 auf 140 Gramm je Kilometer zu drücken, ist die Branche weit entfernt: derzeit sind es im Durchschnitt über 160 Gramm. Die EU-Kommission will die Hersteller nun trotz heftiger Proteste verpflichten, den Ausstoß bis 2012 auf 130 Gramm zu senken. Für viele Autobauer wird das ein langer Weg:

VOLKSWAGEN: Europas größter Autobauer hat laut einer Studie des Europäischen Verbandes für Verkehr und Umwelt seinen Kohlendioxid-Ausstoß seit 1997 um gerade einmal elf Prozent reduziert. Golf, Polo, Passat und Co. kommen auf 159 Gramm je Kilometer.

AUDI: Die sportliche Volkswagen-Tochter konnte ihren CO2-Ausstoß um 13 Prozent drücken. Mit aktuell 177 Gramm in die Luft geblasenem Kohlendioxid gehört Audi jedoch zu den größten Umweltsündern unter den deutschen Autobauern.

SEAT und SKODA: Die Volkswagen-Töchter konnten ihre Abgase in den vergangenen Jahren zwar nur um acht beziehungsweise 13 Prozent senken. Doch sie starteten von einem viel geringeren Niveau. Mit zuletzt 150 und 152 Gramm CO2 je Kilometer waren sie unter den 20 meistverkauften Automarken in Europa die besten Deutschen. Insgesamt landete Seat auf Platz vier, Skoda auf dem sechsten Rang.

OPEL: Den CO2-Ausstoß deutlich gesenkt haben die Rüsselsheimer: Sie reduzierten die Abgase um knapp ein Viertel auf 156 Gramm.

MERCEDES-BENZ: Der Stern verblasst schnell, wenn es um Klimaschutz geht. Mercedes konnte den Kohlendioxid-Ausstoß in den vergangenen acht Jahren zwar um 38 Prozent senken. Mit 185 Gramm je Kilometer gehören die Nobelkarossen jedoch zu den größten Klimasündern in ganz Europa.

BMW: Noch schlechter schneidet BMW ab. Die Bayern konnten ihre klimaschädlichen Abgase zwar seit 1997 um 23 Prozent verringern. Mit aktuell 192 Gramm CO2 pro Kilometer schneidet BMW von den deutschen Marken jedoch am schlechtesten ab und landet unter den 20 meistverkauften Marken in Europa auf dem vorletzten Platz.

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DELAN, 06.02.2007
1.
Da melden sich sicherlich gleich ganz viele, die so ein Auto sofort kaufen würde. Es gab solche Autos schon - und zwar aus Deutschland! Aber kaum jemand hat sie gekauft: Der Lupo 3L und der Audi A2, der ebenfalls nur 3l verbrauchte, sind eingestellt worden. Der Audi Q7, ein spritfressender Dinosaurier, verkauft sich wie warme Semmeln. Was wir brauchen, sind nicht andere Autokäufer, sondern ist eine grundlegende Wende in der Energiepolitik. Weg vom Öl, heißt für mich die Devise und da sehe ich kein Land in Sicht. Gruß DELAN
langsamer 06.02.2007
2.
Wer ein "sparsames" Auto kauft, um zu sparen, begeht gleich den ersten Irrtum: die Energiemenge, welche bei der Herstellung eines Autos aufgewendet werden muss, ist viel höher als jene, die dieses Auto jemals bis zu seiner Verschrottung in Form von Kraftstoff verbrauchen wird.
Klo, 06.02.2007
3.
---Zitat von langsamer--- Wer ein "sparsames" Auto kauft, um zu sparen, begeht gleich den ersten Irrtum: die Energiemenge, welche bei der Herstellung eines Autos aufgewendet werden muss, ist viel höher als jene, die dieses Auto jemals bis zu seiner Verschrottung in Form von Kraftstoff verbrauchen wird. ---Zitatende--- Das schreit ja geradezu nach Belegen. Was bitte macht die Herstellung eines Lupo oder Golf zum Energiefresser? Und wieso ist die Herstellung eines 3 Tonnen schweren Maybach da besser? Fragen über Fragen.
Dr.Strangelove, 06.02.2007
4.
Ich erinnere mich noch an meine Suche nach Elektroautos, in die ich in der regel nicht einmal einen Einkauf für 2 Personen bekomme und deren Batterien im Winter nur noch die Hälfte der Energie speichern, weil es für diese weder eine Isolation, noch eine Aufwärmung gibt. Zu sShluss fand ich noch ein experimentelles Fahrzeug mit einer gut isolierten Batterie, die bei 300Grad Celsius Betrieb gefahren wird und im Winter die volle Leistung abgibt. Nur gibt es kein Fahrzeug mit einer solchen Batterie am Markt. Die meisten Bastler haben nicht das Kapital um etwas vernünfitges zu industrialisieren und die Konzerne sind mit sich selbst beschäftigt. Schade eigentlich.
Zeichenkunde, 06.02.2007
5. Umdenken auch von oben
Der Tesla Roadster kostet 100000 ist ein Elektroauto und - ausverkauft. Einfache Logik: Wenn umweltfreundliche Autos nicht aussehen wie Seifenkisten und Alltagstauglich sind (in diesem fall die Reichweite) werden sie auch gekauft. Mein nächstes Wunschauto wäre dann der Loremo. Zweite einfache Logik: wenn der Gesetzgeber beschließt wird auch gehandelt. Siehe Kalifornien: Gesetz da Elektroautos da. Gesetz weg - Autos weg. (Who killed the electrical car) So einfach wäre das!
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