Streit über CO2-Grenzwerte Autolobby schreibt Bettelbrief an Merkel

Im Streit über Klimaschutzregeln der EU bittet die Autobranche einem Bericht zufolge Angela Merkel persönlich um Hilfe. Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Autoindustrie, warnte Merkel in einem Brief vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Er beginnt mit: "Liebe Angela".
Matthias Wissmann: Der VDA-Präsident bittet Angela Merkel um Hilfe

Matthias Wissmann: Der VDA-Präsident bittet Angela Merkel um Hilfe

Foto: Arne Dedert/ picture-alliance/ dpa

"Liebe Angela", schreibt Matthias Wissman, Präsident des Verbands der Autoindustrie (VDA), laut einem Bericht der "FAZ" , es dürfe nicht sein, dass "wir unser leistungsfähiges und starkes Premiumsegment, das fast 60 Prozent der Arbeitsplätze unserer Automobilhersteller in Deutschland ausmacht, über willkürlich gesetzte Grenzwerte buchstäblich kaputt regulieren lassen".

Mit diesen Worten wendet sich der Vertreter der deutschen Autobauer an die Bundeskanzlerin. Seinem Wunsch nach soll sie sich für lockere CO2-Grenzwerte bei der EU in Brüssel einsetzen. Die beiden kennen sich: Wissmann gehörte mit Merkel zusammen in früheren Jahren als Kabinettsmitglied zur Regierung Helmut Kohl.

Hintergrund des Schreibens ist der Plan der EU, die CO2-Grenzwerte für die Flotten der Autobauer ab dem Jahr 2025 auf durchschnittlich 68 bis 78 Gramm pro Kilometer zu senken. Zumindest Teile der Autoindustrie halten diese Auflagen jedoch für nicht erfüllbar und versuchen deswegen seit Monaten, die von der EU geplante Regelung aufzuweichen. So wirbt die Autolobby um die Anrechnung von Hybrid- und Elektroautos als sogenannte Supercredits - die dann zwei- oder dreifach angerechnet werden und so den Flottenverbrauch der Hersteller drücken.

Wissmann fordert Verzicht

"Die für unsere Unternehmen wichtigen Themen sind ein Verzicht auf die heutige Grenzwertfestlegung für 2025, eine stärkere Anrechenbarkeit besonders effizienter Modelle auf den Flottendurchschnitt eines Herstellers sowie die Sicherstellung eines verlässlichen Messverfahrens für die CO2-Emissionen" von Autos, schreibt Wissmann laut "FAZ".

Der Vorstoß aus Brüssel trifft besonders die deutschen Premiumhersteller BMW und Mercedes, weil sie im Durchschnitt größere und leistungsstärkere Autos verkaufen als Konkurrenten wie Fiat, Toyota und Ford. Diese Fahrzeuge verbrauchen mehr Kraftstoff und stoßen größere Mengen CO2 aus. Allerdings unterstützt der größte deutsche Autohersteller Volkswagen, zu dem auch Audi und Porsche gehören, die Vorschläge der EU.

rom/dpa