ContiSportContact 2 Katze und Spinne

Der Hannoveraner Reifenhersteller Continental hat einen neuen Pneu speziell für Sportwagen und leistungsstarke Fahrzeuge im Angebot. Die Marketingstrategen glauben, damit auf einen wachsenden Markt zu treffen.


Gut fünf Millionen der insgesamt 42 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw haben mehr als 117 PS (86 kW). Tendenz steigend, hat Continental ermittelt. Und die Besitzer der überdurchschnittlich kräftig motorisierten Fahrzeuge legen Wert auf eine standesgemäße Besohlung des Automobils.

Continental SportContact 2: "Wie eine Katzenpfote"

Continental SportContact 2: "Wie eine Katzenpfote"

"Nach Ansicht vieler Autofahrer wird ein sportliches Fahrzeug erst durch breitere Reifen und individuelle Felgen richtig schön", sagt Marketingchef Dirk Gentgen. "Wir wollen in den nächsten Jahren unseren Anteil in diesem Marktsegment deutlich steigern."

Möglich machen soll dies der neue ContiSportContact 2, der den ContiSportContact ablöst, von dem seit 1996 rund 6,5 Millionen Pneus produziert wurden. Der neue Reifen kann alles noch ein wenig besser als der alte, behaupten die Hannoveraner: besseres Handling, kürzerer Bremsweg, geringere Aquaplaningneigung, stärkere Haftung bei Nässe. Der Preis wurde weder verbessert noch verschlechtert, es bleibt alles wie gehabt. Der neue Reifen wird ab etwa 170 Mark das Stück in der kleinsten Dimension angeboten.

Die Anforderungen an einen Reifen für Sportwagen beschreibt Entwicklungs-Chef Geert Roik mit griffigen Vergleichen. Das Auto, so Roik, habe über die Reifen an vier Stellen, die der Größe von vier Postkarten entsprechen, Kontakt zur Fahrbahn. "Jede der postkartengroßen Bodenaufstandsflächen, auf denen ein leistungsstarkes Fahrzeug steht, muss häufig gut 200 PS beim Beschleunigen und 7800 Newtonmeter an Bremskräften übertragen." Um dies zu ermöglichen, ersannen die Ingenieure AMC (Advanced Mould Contour); eine Oberflächeneigenschaft, die den Reifen beim Bremsen "wie eine Katzenpfote" überproportional breit macht und so mehr Gummi auf die Straße bringt, was den Bremsweg verringert.

Um den Pneu hart und zugleich flexibel zu machen, wurden zwei Netzwerke aus unterschiedlichen Materialien übereinander gelegt. Diese Verflechtung soll sowohl die Haftung als auch die Steifigkeit des Reifens gewährleisten. Roik: "Für diese Struktur, die wir BiNet, also Bionic Net nennen, hat das Spinnennetz Pate gestanden."



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