Corvette Bescherung im Advent

Die Corvette, von Fans und Verehrern kurz "Vette" genannt, fährt in den nächsten Wochen in der sechsten Generation in Deutschland vor. Der Inbegriff des US-Sportwagens dürfte mit 404 PS und 300 km/h Spitze auch etliche Porsche-Modelle in Verlegenheit bringen.


Corvette Generation sechs: Auto infernale ab 61.450 Euro
GMS

Corvette Generation sechs: Auto infernale ab 61.450 Euro

Der Dezember ist so ziemlich der unpassendste Monat, um einen neuen Sportwagen auf die Straße zu bringen. Außer Wortspielereien à la "Bescherung im Advent" oder "eilige Nacht" passt zu dieser Zeit weder das Wetter noch die Stimmung so richtig zu Tempo, Leistung, Leidenschaft. Das aber ist für einen Sportwagen essenziell, die Corvette macht da keine Ausnahme. Trotzdem kommt sie in wenigen Wochen nach Deutschland, im Dezember, im Advent. Der Europa-Importeur der US-Marke, die Kroymans-Gruppe, teilte jetzt mit, dass die neue "Vette", mittlerweile die sechste Generation seit dem Debüt 1953, ab 61.450 Euro verkauft wird.

Immerhin verkneifen sich die Amerikaner die Einführung des Cabriolets bis in den Frühling. Was jetzt heranrollt, ist das Coupé - allerdings lässt sich das Dachteil des Autos herausnehmen und im Kofferraum (634 Liter Fassungsvermögen) ablegen. Während andere Hersteller eine neue Modellgeneration im Vergleich zum Vorgänger stets vergrößern, übt sich General Motors bei der Corvette in Bescheidenheit. Das neue Modell ist mit einer Länge von 4,44 Meter insgesamt 13 Zentimeter kürzer geraten als die bisherige Corvette. Dazu wurde der Wagen um drei Zentimeter schmaler, wohingegen der Radstand um drei Zentimeter gestreckt wurde. Das bedeutet, dass es im Innenraum nicht enger wird als zuletzt. Und außerdem: Wenn ein Sportwagen sich straff um seine Insassen schmiegt, muss das ja nicht von Nachteil sein.

In ihrer Anfangszeit Mitte der fünfziger Jahre war die Corvette noch ein vergleichsweise schwachbrüstiges Mobil. Ein Sechszylindermotor, der seine maximal 150 PS an eine Zweigang-Automatik weitergab, beschleunigte die Ur-Vette auf maximal 172 km/h. Anfang der Siebziger dann war die Leistungsorgie in vollem Gange und die Corvette war unter anderem mit einem 7,4-Liter-Achtzylinder-Aggregat zu haben, das 425 PS mobilisierte. In dieser Region ist auch der aktuelle Motor angesiedelt: Es handelt sich um einen Achtzylinder mit sechs Liter Hubraum und einer Leistung von 404 PS (297 kW). Das maximale Drehmoment beträgt 546 Newtonmeter. Derart muskelbepackt beschleunigt die Corvette in 4,1 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h.

Den Verbrauch gibt der Hersteller je nach Getriebeversion - verfügbar ist eine Sechsgang-Handschaltung oder eine Vierstufen-Automatik - mit durchschnittlich 11,7 bis 13,0 Litern an. Wer auf Hightech wert legt, kann für einen Extraobulus ein Fahrwerk mit stufenlos verstellbaren Dämpfern ordern. Grundsätzlich an Bord sind bei der neuen Corvette Xenon-Scheinwerfer, schlüsselloses Zugangssystem, Head-up-Display, Klimaanlage, CD-Radio und Leichtmetallräder in den Dimensionen 18 (vorn) und 19 Zoll (hinten), auf denen Reifen mit Notlaufeigenschaften sitzen.



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