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Crashtest mit Tier-Dummys Warnung vor dem fliegenden Hund

Anschnallen, bitte! Das gilt für alle Mitfahrer - auch für vierbeinige. In einem Crashtest demonstrierte nun ein Versicherer, wie gefährlich es werden kann, wenn ein Schäferhund durchs Auto fliegt.

Wer mit Hunden auf Reisen geht, sollte diese im Auto ausreichend sichern. Bei einem Unfall können die Haustiere zu lebensgefährlichen Geschossen werden, wie ein Crashtest des Versicherers Allianz ergab. In einem Versuch, bei dem ein Pkw mit Tempo 40 frontal gegen eine Wand gefahren wurde, kamen zwei unterschiedlich schwere Hunde-Dummys zum Einsatz. Die Allianz wollte mit dem Crashtest klären, wie die Tiere im Auto am besten geschützt werden können.

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Crashtest mit Hunde-Dummys: Rex, die Rakete

Foto: Allianz

Der Versicherer hat den Versuch in einem Film dokumentiert: Zu sehen ist Rex, ein 35 Kilogramm schwerer Schäferhund-Dummy, wie er unangeschnallt auf der Rückbank sitzt. Als das Auto gegen die Wand rast, fliegt der Messkörper ungebremst ins Armaturenbrett. Der Aufprall ist so hart, dass Knöpfe und Schalter abknicken, die Mittelkonsole bricht und der Schalthebel des Getriebes abreißt. Ein Hund, so schwer wie ein Walross

Beim Crash wirkte Rex ursprüngliches Gewicht wie 1600 Kilo, das entspricht einem stattlichen Walross. Was das für die Insassen heißt, wenn ihnen plötzlich ein Walrossäquivalent im Auto um die Ohren fliegt, lässt sich leicht erahnen. Rex verunglückte bei diesem Crash-Szenario tödlich. Insassen-Dummys gab es keine.

Mit dem Schrecken davon kam hingegen der Husky-Welpen-Dummy Markus. Markus war zum Zeitpunkt des Crashs mit einem Hundegeschirr auf der Rückbank gesichert, als die 40fache Erdbeschleunigung ihn in die Gurte presste. Zwar berührte er beim Aufprall den Vordersitz, wurde aber von dem Gurtsystem sicher gehalten.

"Für kleine Hunde", sagte der Leiter der Allianz-Unfallforschung, Carsten Reinkemeyer, "sind Gurte für die Sicherung ausreichend." Mittlere und große Hunde sollten dagegen in Hundeboxen transportiert werden. Von Drahtgitterboxen, die nicht explizit zur Sicherung der Tiere angeboten werden, rät der Unfallforscher ab. Bei einem Zusammenprall können die schmalen Gitterstäbe verbiegen und den Hund in zusätzliche Gefahr bringen.

Hundeboxen sollten mit dem GS-Zeichen versehen sein

Reinkemeyer wies darauf hin, dass die Sicherheitsvorkehrung - egal ob Hundegeschirr oder Transportbox - mit dem GS-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit") versehen sein sollte. Dieses Siegel bescheinigt, dass die Sicherheitsvorkehrungen dem Produktsicherheitsgesetz entsprechen. Zusätzlich geben die Siegel von Prüfinstituten wie TÜV und Dekra zusätzlich Sicherheit. Diese garantieren, dass die Gurte und Boxen unter Unfallbedingungen getestet wurden.

Hundehalter sind durch die Straßenverkehrsordnung verpflichtet, ihre Tiere im Auto zu sichern. Für den Gesetzgeber sind Hunde und andere Tiere Ladung. Wer diese Vorschrift missachtet, muss mit einem Bußgeld rechnen und kann sogar mit Punkten in Flensburg bestraft werden.

mhu