Dacia Duster Dicker SUV für schmales Geld

Dacia, die rumänische Billigmarke des französisch-japanischen Renault-Nissan-Konzerns, ist entgegen allen Markttrends rasant unterwegs. Jetzt hat das Unternehmen die sechste Modellreihe angekündigt: Ab Frühjahr 2010 tritt der Dacia Duster als erstes Allradmodell der Marke an.

Von Jürgen Pander


Wer sich für die Nischensportart Eisrennen interessiert, dem dürfte der Dacia Duster bereits bekannt sein. Denn beim ersten Rennen der neuen Saison in französischen Val Thorens startete der viermalige Formel-1-Weltmeister Alain Prost in einem. Derzeit rangiert der Vollgas-Veteran mit dem Rennauto-Novizen auf Rang zwei der Gesamtwertung - das Marketing für das neue Modell könnte kaum besser laufen.

Dabei hat der Eisrenner mit Fiberglaskarosserie, Gitterrohrrahmen und einem 3-Liter-V6-Benziner außer dem Namen praktisch nichts gemein mit dem Serienmodell, das Dacia ab Frühjahr 2010 anbieten wird. Der Duster für Jedermann ist ein höher gelegter Fünftürer mit allen Attributen eines Geländefahrzeugs: Unterfahrschutz, mehr als 20 Zentimeter Bodenfreiheit, ordentliche Böschungswinkel (30 und 35 Grad) sowie erstmals bei Dacia Allradantrieb sollen den Wagen tauglich machen für die holprigen Abschnitte eines Autolebens.

Der Allradantrieb funktioniert über eine elektromagnetische Kupplung und kann in drei Stufen eingestellt werden. Im Automatik-Modus fährt das Auto als Fronttriebler, doch sobald die Traktion an den Vorderrädern weniger wird, leitet die Steuerelektronik bis zu 50 Prozent des Drehmoments automatisch an die Hinterachse. Außerdem gibt es feste Einstellungen für den reinen Frontantrieb sowie für eine feste Kraftverteilung im Verhältnis von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse.

Das 4,31 Meter lange und mit 1330 Kilogramm vergleichsweise leichte Auto dürfte recht ordentliche Platzverhältnisse bieten. Nach Angaben von Dacia gleichen die etwa jenen der Limousine Logan - und dort sind sie wahrlich großzügig für ein Auto dieser Klasse. Der Kofferraum des Duster fasst zwischen 475 und mehr als 1600 Liter, je nach Stellung der Rücksitze. Bei den Motoren hält sich Dacia an Bewährtes: Wahlweise wird der Duster mit einem 1,6-Liter-Benziner mit 110 PS oder mit 1,5-Liter-Dieselmotoren mit 85 oder 105 PS angeboten; der stärkere der beiden Selbstzünder ist mit einem Rußpartikelfilter ausgerüstet.

Sechste Dacia-Baureihe soll auch in Brasilien und Russland gebaut werden

Gebaut wird der Dacia Duster zunächst im rumänischen Pitesti. Ab 2011 soll das Auto auch im brasilianischen Curitibia gefertigt werden und für einen noch späteren Zeitpunkt ist auch eine Produktion in Russland geplant. Über den Preis des Dacia Duster schweigen die Verantwortlichen noch, doch das Auto dürfte einer der billigsten Allradler überhaupt werden.

Erst kürzlich senkte Dacia die Preise hierzulande, seither kostet der Kompaktwagen Sandero ab 6990 Euro (davor 7500 Euro) und ist damit der billigste Neuwagen in Deutschland. Auch bei allen anderen Modellen wurden die Preise reduziert.

Die Begründung des Unternehmens: Man gebe "die aufgrund der überragenden Absatzzahlen gesunkenen Hertellungskosten" an die Kunden weiter. Allein in Deutschland verkaufte Dacia von Januar bis November rund 80.000 Fahrzeuge, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 238 Prozent entspricht.

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