Dieselskandal Daimler muss 60.000 Geländewagen zurückrufen

Das Kraftfahrtbundesamt hat Konsequenzen aus den jüngsten Vorwürfen gegen Daimler gezogen: Der Konzern muss 60.000 Fahrzeuge des Modells GLK 220 wegen Abgastricks zurückrufen.

Mercedes GLK 220

Mercedes GLK 220


Daimler rutscht tiefer in die Abgasaffäre. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, habe das Kraftfahrtbundesamt (KBA) an diesem Freitag einen Zwangsrückruf gegen den Konzern verhängt. In Deutschland seien rund 60.000 Fahrzeuge des Modells GLK 220 betroffen, die zwischen 2012 und 2015 produziert wurden. Ein Daimler-Sprecher bestätigte den Bericht.

Die Entscheidung der Behörde hatte sich angedeutet, nachdem das KBA schon im April einen Brief an Daimer geschickt hatte, in dem es dem Konzern "unzulässige Abschaltungen" vorwirft. Nach SPIEGEL-Informationen geht es dabei um eine sogenannte "Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung", die zur Manipulation von Abgastests verwendet worden sein soll. Sie hält den Kühlmittelkreislauf künstlich kälter und verzögert die Aufwärmung des Motoröls. So bleiben die Stickoxidwerte auf dem Prüfstand auf einem niedrigeren Niveau und unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes.

Laut "Bild am Sonntag" will das KBA auch die Ermittlungen gegen Daimler ausweiten, da sich die mutmaßliche Betrugssoftware noch in weiteren Modellen befinden könnte. Daimler bestreitet dagegen, betrogen zu haben und will sich juristisch gegen die KBA-Entscheidung wehren.

Der Fall ist für den Konzern hoch brisant und könnte schwere Folgen haben. Denn eigentlich hatte Daimler nach einigen Softwareupdates bereits im vergangenen Jahr versichert, dass keine weiteren Tricksereien im Abgasreinigungssystem verborgen sind. Wenn nun trotzdem weiter betrogen worden sein sollte, könnte dies die Glaubwürdigkeit des Unternehmens erschüttern.

stk/AFP



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