Abgasaffäre Daimler will drei Millionen Dieselfahrzeuge nachrüsten

Der deutsche Autobauer Daimler ruft drei Millionen Dieselfahrzeuge zurück - sie sollen im Zuge der Abgasaffäre umgerüstet werden, um den Ausstoß schädlicher Stickoxide zu verringern.
Mercedes-Benz

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Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Um den Schadstoffausstoß zu verringern, lässt Daimler europaweit mehr als drei Millionen Dieselfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz nachbessern. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um nahezu alle Fahrzeuge der Abgasnormen EU 5 und 6 in Europa.

Die Aktion soll rund 220 Millionen Euro kosten und in den kommenden Wochen beginnen. Für die Besitzer der Autos sollen die Änderungen an der Software kostenlos sein und etwa eine Stunde dauern.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Daimler entschieden gegen Vorwürfe gewehrt, eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut zu haben, um den Schadstoffausstoß zu senken. Daimler soll in Europa und den USA zwischen 2008 und 2016 mehr als eine Million Autos mit unerlaubt hohem Schadstoffausstoß verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit März wegen möglichen Abgas-Betrugs.

Daimler hat immer betont, sich an geltendes Recht gehalten zu haben. Der Streitpunkt ist - wie bei anderen Herstellern - ein sogenanntes Thermofenster, das die Abgasnachbereitung in bestimmten Temperaturbereichen herunterregelt.

Wie auch andere Hersteller hatte sich Daimler mit dem KBA darauf geeinigt, bestimmte Fahrzeuge freiwillig zurückzurufen, um die Technik anzupassen und den Ausstoß schädlicher Stickoxide zu reduzieren. Die Zahl von rund 270.000 Fahrzeugen aus der Kompakt- und der V-Klasse, die bereits nachgebessert werden, wird nun auf gut drei Millionen aufgestockt.

hej/dpa/AFP
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