Nach Todesfall Honda ruft 170.000 Autos wegen defekter Airbags zurück

Die Rückrufserie wegen schadhafter Airbags des Zulieferers Takata reißt nicht ab. Erstmals soll eine Autofahrerin außerhalb der USA tödlich verunglückt sein. Honda ruft weltweit weitere 170.000 Autos in die Werkstätten zurück.
Takata-Airbag: Der japanische Konzern steht sogar unter Vertuschungsverdacht

Takata-Airbag: Der japanische Konzern steht sogar unter Vertuschungsverdacht

Foto: Wolfgang Thieme/ dpa

Tokio - Der japanische Autobauer Honda muss wegen defekter Airbags des Lieferanten Takata weltweit weitere 170.000 Autos in die Werkstätten zurückrufen. Wie eine Konzernsprecherin am Donnerstag mitteilte, sind in Europa 30.772 Fahrzeuge betroffen. In Japan würden weitere rund 71.000 Autos in die Werkstätten geholt. Bislang hatten die Rückrufe hauptsächliche die USA betroffen.

Die Airbags können wegen mangelhafter Verarbeitung platzen und durch brandheiße Metallteile die Fahrzeuginsassen verletzen.

Honda zufolge war eine Fahrerin in Malaysia am 27. Juli wegen dieses Problems ums Leben gekommen. Das ist der erste tödliche Unfall außerhalb der Vereinigten Staaten, der damit in Verbindung gebracht wird. Eine Sprecherin bei Takata erklärte dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa lediglich, man sei über den Unfall von Honda unterrichtet worden.

Millionen Fahrzeuge mit Takata-Airbags betroffen

Betroffen von dem Rückruf sind laut der Nachrichtenagentur Bloomberg fünf Honda-Fahrzeugmodelle, darunter Modelle wie der Fit (in Deutschland: Jazz) und Civic. In Deutschland müssen nach Aussagen eines Honda-Pressesprechers 5821 Fahrzeuge des Typs Jazz (Bj. 2004-2005) und Civic (Bj. 2004) zurückgerufen werden.

Durch den tödlichen Unfall und den nun von Honda ausgeweiteten Rückruf dürfte das Vertrauen in Takata weiter sinken - das Unternehmen steht sogar unter Vertuschungsverdacht. Nach Informationen der "New York Times" hatte der japanische Zulieferer bereits 2004 von den Airbag-Problemen gewusst, erste Rückrufe wurden aber erst 2008 gestartet.

Takata gilt als der weltweit zweitgrößte Hersteller von Airbags und Sicherheitsgurten, dementsprechend sind viele Fahrzeuge verschiedener Autobauer betroffen. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA gab Ende Oktober eine dringende Warnung heraus und meldete Rückrufe von rund 7,8 Millionen Fahrzeugen. Von den Problemen sind unter anderem Hersteller wie BMW, Toyota, Chrysler, General Motors und Ford betroffen.

smh/dpa
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