Defekte Takata-Airbags Autobauern droht in den USA erneuter Massenrückruf

Die Rückrufserie wegen schadhafter Airbags des Herstellers Takata reißt nicht ab. Weil US-Behörden strengere Untersuchungen fordern, könnten bald 20 Millionen Autos in die Werkstätten beordert werden.
Takata-Berfürchtungen: Nicht genug Ersatzteile für US-weiten Rückruf

Takata-Berfürchtungen: Nicht genug Ersatzteile für US-weiten Rückruf

Foto: © Mihai Barbu / Reuters/ REUTERS

Washington - Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA erhöht den Druck auf den japanischen Autozulieferer Takata, dessen defekte Airbags immer größere Probleme verursachen. Die Behörde fordert Takata und zehn betroffene Autobauer zu einem landesweiten Rückruf aller Fahrzeuge auf, in denen die möglicherweise mangelhaften Airbags verbaut wurden. Experten schätzen, dass es sich dabei um rund 20 Millionen Fahrzeuge handelt.

Bisherige Rückrufe liefen fast ausschließlich in Regionen der USA mit hoher Luftfeuchtigkeit, die als ein möglicher Auslöser für den Defekt gilt. Die Airbags können wegen mangelhafter Verarbeitung - ähnlich einer Splitterbome - platzen und durch brandheiße Metallteile die Fahrzeuginsassen verletzen. US-Anwälte gehen von vier Todesopfern und etwa 150 Verletzungen aus. Insgesamt wurden bereits fast acht Millionen Autos in die Werkstätten beordert.

"Aggressive Untersuchung" geht weiter

Anlass für den nun auf die gesamte USA ausgeweiteten Rückruf sei ein entsprechender Unfall außerhalb der bisher betroffenen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit gewesen, so die US-Verkehrssicherheitsbehörde .

"Wir wissen, dass Millionen von Fahrzeugen wegen dieser defekten Takata-Airbags zurückgerufen werden müssen", sagt der NHTSA-Verantwortliche David Friedman. Und kündigt an, dass damit die Spitze des Eisbergs noch nicht erreicht sei: "Unsere aggressive Untersuchung ist noch lange nicht zu Ende."

Takata-Befürchtungen: Nicht genug neue Airbags

Ein Takata-Sprecher bezeichnete einen möglichen US-weiten Rückruf als Lebensgefahr für Autofahrer. Dadurch könnten Ersatzteile teilweise nicht mehr dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten gebraucht würden. Der Konzern hatte schon im September eingeräumt, bis Februar nur ein Drittel aller 4,3 Millionen benötigten Ersatz-Airbags herstellen zu können. Die desaströse Pannenserie könnte die Firma in den Ruin treiben - einen landesweiten Rückruf hatten Takata-Manager vergangene Woche bei einem Analystentreffen als größtes Risiko für das Unternehmen bezeichnet. Nach Expertenschätzungen könnte er 100 Milliarden Yen (678 Millionen Euro) kosten, wenn Fahrer- und Beifahrerairbags repariert werden müssten.

Takata gilt als der weltweit zweitgrößte Hersteller von Airbags und Sicherheitsgurten, dementsprechend sind viele Fahrzeuge verschiedener Autobauer betroffen. Darunter Modell von Honda, Toyota, BMW, Chrysler, General Motors und Ford.

smh/dpa
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