DeLorean-Umbauten Verrückt in die Zukunft

Als wäre der Flop-Sportwagen DeLorean nicht spektakulär genug, verpasst ein US-Fan dem heimlichen Star aus "Zurück in die Zukunft" extreme Umbauten. Monsterreifen statt Fluxkompensator - das findet auch der Erfinder der Kultkarre gut.

Rich Weissensel

Von Markus Bruhn


Wäre es nach dem Originaldrehbuch gegangen, hätte Hauptfigur Marty McFly in den "Zurück in die Zukunft"-Filmen seine Zeitreisen in einem Kühlschrank angetreten. Aus Sorge, dass Kinder zwecks Nachahmung in Kühlschränke klettern, wurde das Skript jedoch umgeschrieben: Sportwagen statt Kühlschrank lautete die Lösung. Der exotischen Marke DeLorean verhalf das posthum - die eigenwilligen Zweisitzer mit Flügeltüren wurden nur von 1981 bis 1982 gebaut - zu Weltruhm.

Der erste "Zurück in die Zukunft"-Film kam 1985 in die Kinos, und der zur Zeitmaschine umgebaute DMC-12 wurde in kürzester Zeit zum Kultobjekt. Auch Rich Weissensel wurde Fan, nicht des Films, sondern des Flitzers. Inzwischen besitzt der Software-Ingenieur aus der Nähe von Chicago fünf Modelle der Marke, die er allesamt eigenhändig umgebaut hat. So gibt es in seinem Fuhrpark zwar nur DeLorean-Typen - doch die reichen von der Limousine bis zum Monstertruck.

Weissensels Leidenschaft für die Ein-Modell-Marke, deren Autos in Nordirland gefertigt wurden, begann 1977, als er das Foto eines DeLorean-Prototypen in einer Autozeitschrift sah. Besonders faszinierte ihn das Karosseriedesign von Giorgio Giugiaro mit den spektakulären Flügeltüren. "Als der Film dann 1985 in die Kinos kam, wusste ich, das Auto muss ich haben", sagt Weissensel. Noch im gleichen Jahr legte er sich seinen ersten DeLorean zu. "In Anspielung auf die Zeitmaschine im Film bin ich mit meinem erste DeLorean herumgefahren, habe angehalten, die Tür aufgemacht und Passanten gefragt: 'Welches Datum ist heute?'"

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DeLorean-Umbauten: Zeitreisen im Monstertruck
Seine Ideen, wie man einen DeLorean pimpen könnte, hielt Weissensel über die Jahre in zahlreichen Skizzen fest. Die gesammelten Entwürfe zeigte er im Jahr 2000 auf einer Autoshow in Cleveland dem dort anwesenden Gründer der Marke, John DeLorean. "Ich erzählte ihm, dass ich seit 15 Jahren DeLoreans repariere und restauriere, zudem hatte ich zwei meiner damals drei DeLoreans dabei, sodass John merkte, dass ich es ernst meinte", berichtet der heute 50-Jährige.

"Als er von meinen Ideen hörte und meine Skizzen sah, sagte er: 'Wenn du das bauen kannst, dann mach es!'" Den Segen des Firmengründers hatte Weissensel also. Gesagt, getan - "damit gingen die Projekte los."

Seither nutzt Weissensel jede freie Minute und verwandelt die keilförmigen Flügeltürer in einzigartige Prototypen. Die Stretchlimousine konstruierte der Tüftler beispielsweise aus einem beschädigten DeLorean und einem Chevrolet Blazer K5. Noch ist das Acht-Meter-Gefährt nicht straßentauglich, doch die anderen DeLorean-Umbauten dürfen im Straßenverkehr eingesetzt werden.

Ausnahme: Das DeLorean Hovercraft-Mobil. "Aber dafür schwebt das Teil über Land, Wasser und besonders gut über Eis", sagt Weissensel - ganz ähnlich wie Marty McFly auf seinem fliegenden Skateboard in "Zurück in die Zukunft".



insgesamt 13 Beiträge
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Ued 02.01.2015
1. Stretchlimo?
Ist der Blazer nicht eher beim Monstertruck genutzt worden?
harlemjump 02.01.2015
2. Abgrund-hässlich!
Was für eine abgrundhässliche Karre!
corn5 02.01.2015
3. blazer in der limo?
ich denke auch dass der blazer das fahrgestell des trucks ist und nicht teil der limo. redaktion nochmal nachschauen und ggf korrigieren? aber so wichtig ist es ja auch nicht...
kendon 02.01.2015
4. Flux-Kompensator am Heck?
Hier wurde einfach mal lustlos drauflos- oder abgeschrieben, ohne jegliches Hintergrundwissen. Der Fluxkompensator sitzt in der Fahrgastzelle mittig hinter den Sitzen, nicht am Heck des Fahrzeugs. und @harlemjump: meinst Du die Umbauten oder dem DMC12 selbst? Letzteres wäre ein Frevel, der Wagen ist eine Designstudie sondergleichen...
chucho 02.01.2015
5. Auch in der Vergangenheit alt
Reisten die in diesem Film nicht in die Vergangenheit? Dort wird Weissensels mit seinen alten Schätzchen inzwischen nicht mehr punkten können, egal was er daran für skurille Umbauten vornimmt. Und der "Monstertruck" wirkt einfach nur wie ein alter Audi Coupé, der auf ein Riesen-Quad geschraubt wurde. Hässlich!
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