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15. Januar 2018, 02:37 Uhr

Bis 2022

Ford will elf Milliarden Dollar in E-Autos investieren

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford will sein Engagement bei Elektroautos massiv ausbauen: Bis 2022 sollen umgerechnet neun Milliarden Euro in batteriebetriebene und Hybridfahrzeuge investiert werden.

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford wird in den kommenden Jahren massiv in Elektroautos investieren. Das kündigte Ford-Manager Jim Farley bei der Automesse in Detroit an. Demnach wird der Konzern bis 2022 über elf Milliarden Dollar in batteriebetriebene und Hybridfahrzeuge investieren; das sind umgerechnet rund neun Milliarden Euro. Bislang hieß es aus dem Unternehmen, man wolle dafür 4,5 Milliarden Dollar bis 2020 aufwenden.

Noch ist der Anteil von E-Autos in den USA und den meisten anderen großen Märkten verschwindend gering. Doch aufgeschreckt vom Hype um Tesla forcieren die großen Autokonzerne ihre Bemühungen inzwischen deutlich.

Ford bietet mit dem Focus bislang erst ein US-Modell als E-Version an. Diese Palette solle deutlich erweitert werden. Ab dem kommenden Jahrzehnt will Ford auch seinen Verkaufsschlager, den Pick-up-Truck F-150, als Hybrid-Version auf den Markt bringen. Rivale General Motors will bis 2023 mindestens 20 Modelle als E-Auto anbieten.

VW plant Milliarden-Investitionen in Nordamerika

Zum Auftakt der Autoshow in Detroit äußerte sich auch Volkswagen zu Zukunftsplänen: Die Kernmarke VW Pkw will in Nordamerika mit Milliarden-Investitionen und neuen Modellen in die Offensive gehen. Bis 2020 sollen 3,3 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,8 Milliarden Euro) in die Region fließen. Geplant sei bis dahin der Start von mindestens zwei neuen Modellen auf dem US-Markt pro Jahr, sagte VW-Markenchef Herbert Diess.

Eine wichtige Rolle soll dabei der neue Jetta spielen, den VW auf der Ausstellung erstmals vorstellt. In den USA war im September 2015 der Abgasskandal aufgeflogen. VW-Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken sprach nun von "sichtbaren Fortschritten" beim Comeback der Marke dort.

VW Pkw brachte 2017 mehr Autos an die Kunden als je zuvor: Insgesamt wurden weltweit 6,23 Millionen Wagen mit dem VW-Emblem übergeben - 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen in Detroit mitteilte. Im Monat Dezember verbuchte die Marke rund um Golf, Passat und Tiguan mit 594.100 Autos einen Auslieferungsrekord. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat lag das Plus bei 5,6 Prozent.

VW profitierte vor allem vom starken Geschäft in China - dort seien 3,18 Millionen Autos ausgeliefert worden, 5,9 Prozent mehr als 2016. In Deutschland allerdings, wo die Dieselkrise den Absatz im vergangenen Jahr belastet hatte, konnte VW zwar im Dezember die Zahlen im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 8,4 Prozent auf 42.000 Autos steigern. Im Gesamtjahr aber gab es einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 531.600 Autos.

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aar/dpa/Reuters

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