DB-Navigator Mit der Bahn-App den Elektroscooter buchen

Die Deutsche Bahn renoviert ihre Smartphone-App grundlegend. Neben Zugtickets lassen sich künftig auch Carsharing-Wagen oder Fahrräder buchen. Eine Karte zeigt dem User, welches Gerät gerade in der Nähe ist.

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Um noch mehr Kunden in ihre Züge zu locken, muss die Bahn allerhand verbessern: Die Züge sollten pünktlicher sein, sauberer und zuverlässiger. Aber es gibt da noch eine andere Hürde, an der viele Menschen beim Umstieg auf die Schiene scheitern. Es nennt sich: die letzte Meile. Sie erstreckt sich von der Wohnungstür bis zum Bahnhof, oder dem Bus oder der U-Bahn bis dahin. Immer mehr Angebote sollen diese Lücke schließen: Neben Carsharing-Autos und Mieträdern sind das schon bald auch Elektroscooter, die man an jeder Ecke ausleihen kann. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Nur wie soll der Kunde da die Übersicht behalten? Die Bahn will dabei nun Abhilfe leisten. Deshalb entwickelt sie eine grundlegend neue Version ihrer Smartphone-App DB Navigator. Nach Informationen des SPIEGEL soll es damit möglich sein, neben Zügen und Nahverkehrstickets auch Carsharing-Wagen, Mietfahrräder oder auch E-Scooter buchen und bezahlen zu können. Das Projekt soll alle verfügbaren Fortbewegungsmittel anbieten und personalisierte Angebote erstellen.

Die Bahn investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in das neue Angebot und erhofft sich damit, die führende Mobilitäts-Anwendung auf Smartphones in Deutschland anzubieten. Die Integration auch anderer Verkehrsträger für die Wege zwischen Bahnhof und Wohnung soll der Bahn neue Kunden zutragen. "Die Schiene wird das Rückgrat der Verkehrswende ", sagte der Vorstand für Personenverkehr der DB, Berthold Huber, dem SPIEGEL.

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Derzeit nutzen über neun Millionen Menschen regelmäßig monatlich den DB Navigator. Mit ihm lassen sich neben Fernzügen auch immer mehr Fahrverbindungen in Tarifverbünden des Öffentlichen Personennahverkehrs suchen und buchen. 29 Verkehrsverbünde sind angeschlossen, 6,3 Millionen Verbundtickets im vergangenen Jahr verkauft. Bei den Fernzügen verkauft die Bahn erstmals mehr Tickets über den DB-Navigator als in ihren Reisezentren.

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
sardor99 04.05.2019
1. ...
"... soll es damit möglich sein, neben Zügen und Nahverkehrstickets auch Carsharing-Wagen, Mietfahrräder oder auch E-Scooter buchen und bezahlen zu können. " Ja, fahr mal mit so einem E-Roller wennste auch nur eine Einkaufstüte mit nimmst! Auf einem Fahrrad kann man auch nur kleines Handgepäck mitnehmen... "Die Bahn investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in das neue Angebot..." Dreistellig?? Betreiben die dann den Verleih selber? Fremde Anbieter einzubinden kann ja wohl nicht so teuer werden...
iimzip 04.05.2019
2. Wenn die neue DB-App
...auch den Zugriff auf ALLE meine Daten (incl. Kontakte, Bilder...) verlangt, werde ich sie (wie die alte) schneller wieder löschen, als ich sie runterladen konnte. Dann reicht mir auch weiterhin die Browserversion, die bei mir mit der (aktuellen) Abfahrtstafel meines Standardbahnhofs startet.
salomohn 05.05.2019
3. Gut, aber...
Bitte keinen unnötigen Zugriff auf Handybereiche, die die Bahn nichts angehen. Datensammeln und -verkaufen ist nicht die Aufgabe der Bahn! Und wo wir gerade dabei sind: Weg mit der bahneigenen LKW-Spedition, dann glauben wir auch an das ernstgemeinte Engagement für die Schiene.
TK12345 08.05.2019
4. Wow....die Bahn wird Modern?
Kann diese tolle App auch bei meiner Roller-Buchung berücksichtigen, dass ich den gebuchten Roller nicht zum vereinbarten Zeitpunkt abhole, weil mein Zug mal wieder Anschlüsse verpasst hat und ich Stunden später am Ziel ankomme als geplant? WTF? Anstatt solcher Spielereien sollte die Bahn endlich einmal ihr Marrodes Netz modernisieren, Ersatzzüge bereitstellen, den Wartungsstau bei den Zügen abbauen damit wir endlich wieder funktionierende Toiletten/Türen/Klimaanlagen haben, ihr Streckennetz endlich komplett Automatisieren und vielleicht auch mal endlich das gesamte Netz Elektrifizieren und nicht noch immer mit Diesel-Loks die Umwelt verpesten. Mit irgendwelchen App-Spielereien macht sich die Bahn doch nur noch Lächerlich, wenn sie damit versucht Modern zu wirken. Wegen dem Börsengang der Bahn wurde die Modernisierung, Instandhaltung und Personal zusammengestrichen. Auch danach wurde da nicht genug investiert, um die Dividenden nicht weiter zu senken. Jetzt liegt die Bahn im Vergleich zu anderen Ländern ganz hinten auf der Liste wenn es um Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit oder Service geht. Die Deutsche Bahn ist jetzt gerade erst im 20. Jahrhundert angekommen und da wird auch eine neue App nichts daran ändern, dass man immer noch ein ganzes Jahrhundert hinterher kriecht. Es wirkt in dieser Situation eher Lächerlich. Wenn ich in vielen Zügen noch nicht mal W-Lan habe und sogar Steckdosen vergeblich suche, dann ist der Ausbau von Apps so, als würde man ein Pferd von hinten aufzäumen. Zumal ich ja Aktuell noch nicht mal etwas mit meiner Sitzplatzreservierung im Anschlusszug anfangen kann, weil ich den mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso verpassen werde. Was bringt es mir da einen Roller zu buchen, den ich dann sowieso nicht zum vereinbarten Zeitpunkt abholen kann und ich ein paar Stunden im Zug stehen musste, weil der nächste Zug überfüllt war und ich ja keine Sitzplatzreservierung für diesen Zug hatte. Dann will ich nicht auch noch im Anschluss mit einem Elektroroller herumfahren sondern bevorzuge ein bequemes Taxi wo ich endlich wieder mal sitzen kann. Im übrigen fliege ich lieber von A nach B in Deutschland, da ich da nicht nur eine echte Sitzplatzreservierung habe, die Beine ausstrecken kann (Economy hat mehr Beinfreiheit als ICE 2.Klasse), echten Service bekomme und trotz dem Ein- und Auschecken schneller bin und am Ende dafür auch noch nicht einmal die HÄLFTE von dem zahlen musste, was die Bahn für die gleiche Strecke verlangt.
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