Verein prüft Rechtsweg Umwelthilfe will Tempo 120 auf Autobahnen erzwingen

Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen - und will es juristisch durchsetzen. Begründung: Klimaschutz.
Demonstration für Tempolimit auf Autobahnen (Symbolbild)

Demonstration für Tempolimit auf Autobahnen (Symbolbild)

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) prüft die Chancen für ein Tempolimit von 120 auf deutschen Autobahnen. Das diene dem Klimaschutz, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag in Berlin. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten verbrauchen Autos weniger Kraftstoff und stoßen weniger klimaschädliches CO2 aus. Seine Organisation wolle den Klageweg zu bestreiten, sofern das Erfolg verspreche, sagte Resch.

Für Bundesstraßen strebe die Umwelthilfe Tempo 80 als allgemeine Obergrenze an, sagte Resch dem SPIEGEL. Derartige Begrenzungen seien auch erforderlich, damit Autos kleiner und leichter gebaut werden können. Das reduziere den Materialbedarf und ebenfalls den Ausstoß von Kohlendioxid.

Der Schritt dürfte der DUH auch Kritik einbringen. Teile der Union und die Autoindustrie stören sich seit Längerem an der aktiven Rolle des Vereins, der in vielen Städten vor Gericht Fahrverbote für Dieselautos erstritten hat. Die CDU will prüfen lassen, ob die DUH zu Recht als gemeinnützig eingestuft wird.

SPIEGEL TV

Am Dienstag hat die DUH in Frankfurt am Main vor Gericht allerdings eine Niederlage erlitten. Anders als von dem Verein gewünscht, muss die Stadt im Februar 2019 kein Fahrverbot für Autos mit Euro-4-Motor und älter erlassen.

Zunächst soll der Rechtsstreit endgültig geklärt werden. Es gebe ernstliche Zweifel an der Richtigkeit der erstinstanzlichen Entscheidung, teilte das Gericht mit. Deshalb wird das Urteil nun in der nächsten Instanz überprüft.

nis/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.