Deutscher Raser im Aargau Schweizer Polizei zieht Mercedes ein

Auto weg, Strafverfahren, vielleicht sogar Gefängnis: Ein deutscher Autofahrer ist in der Schweiz mit stark überhöhter Geschwindigkeit erwischt worden. Die Polizei behält das Auto - der Staat wird es verkaufen.
Autobahnen in der Schweiz: Rasen ist hier ein teures Vergnügen

Autobahnen in der Schweiz: Rasen ist hier ein teures Vergnügen

Foto: SEBASTIAN DERUNGS/ REUTERS SCHWEIZ

Aargau - Mit 215 Kilometern in der Stunde bretterte ein deutscher Autofahrer über eine Schweizer Autobahn. Nun ist er seinen Mercedes - älteres Baujahr, aber noch fit unter der Motorhaube - los. Und zwar dauerhaft. "Das Fahrzeug wurde gemäß Schweizer Verkehrsgesetz eingezogen", sagte eine Sprecherin der Kantonspolizei Aargau. Zudem wurde der 59-Jährige festgenommen und vom Staatsanwalt verhört.

Er muss nicht in Haft bleiben, teilte eine Polizeisprecherin SPIEGEL ONLINE mit. Ob er seinen Wagen wiederbekommt, stehe allerdings nicht fest: "Entweder der Wagen wird vom Schweizer Staat weiterverkauft", erläuterte die Sprecherin. Oder das Gericht biete dem Fahrer an, den Mercedes selbst zurückzukaufen.

Maximal 120 Kilometer pro Stunde dürfen auf Schweizer Autobahnen gefahren werden. Der Fahrer war am frühen Sonntagmorgen auf der Autobahn A1 nahe der Ortschaft Spreitenbach (Kanton Aargau) gestoppt worden. Die Radarmessung zeigte laut Polizei, dass der Mann nach Abzug der Toleranzschwelle (7 km/h) 88 Stundenkilometer zu schnell fuhr.

Wer auf Schweizer Autobahnen mehr als 80 Stundenkilometer über dem Limit unterwegs ist, wird amtlich als "Raser" eingestuft. Die Beschlagnahme des Fahrzeugs ist dann gesetzlich vorgeschrieben. Wird er schuldig gesprochen, drohen ihm laut Gesetz  ein bis vier Jahre Haft.

isa/dpa
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