Nach E-Scooter-Unfällen Autoclubs fordern breitere Radwege

Seit zwei Wochen sind sie auf den Straßen unterwegs - und es gibt bereits erste Unfälle mit Elektrostehrollern. Für die Automobilclubs ist klar: Es gibt nicht genug Platz für die neuen Verkehrsteilnehmer.

E-Scooter auf dem Radweg: "Engpässe in der Verkehrsinfrastruktur"
Sven Hoppe/dpa

E-Scooter auf dem Radweg: "Engpässe in der Verkehrsinfrastruktur"


Nach mehreren Unfällen mit Elektrostehrollern fordern die Autoklubs ADAC und ACE mehr und breitere Radwege. "Auto- und Radfahrer leiden schon länger unter den vorhandenen Engpässen in der Verkehrsinfrastruktur", sagte eine ADAC-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. "Mit den neuen Verkehrsteilnehmern verstärkt sich das Problem." Mehrere Verleiher bieten seit rund zwei Wochen Tretroller mit Elektroantrieb - auch E-Scooter genannt - an.

Seit der Zulassung Mitte Juni hat es mehrere E-Scooter-Unfälle gegeben, zuletzt am Freitag in Düsseldorf, wo ein Elektrostehroller-Fahrer mit einer Fahrradfahrerin zusammenstieß. Beide wurden dabei verletzt. Nach Angaben der Polizei fuhren beide auf dem Radweg - in entgegengesetzte Richtungen. Beide hätten noch versucht auszuweichen, seien aber dennoch zusammengestoßen.

In Paris ist vor kurzem der Fahrer eines Elektrostehrollers ums Leben gekommen. Er hatte einem Lastwagen die Vorfahrt genommen und war unter die Räder gekommen.

Angesichts solcher Fälle ist für die Sprecherinnen der beiden Autoclubs klar: Auto- und Radfahrer müssen sich erst einmal an die neuen Verkehrsteilnehmer gewöhnen. "Für Autofahrer ist es noch schwierig, ihre Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen", sagte die ACE-Sprecherin. Mit ihren kleinen Rollen können E-Scooter bis zu 20 Kilometer pro Stunde fahren.

Die Stehroller dürfen in Deutschland nicht auf Gehwegen fahren, sondern müssen auf Radwegen oder der Straße bleiben. Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein. Ein Helm, Führerschein oder eine Mofa-Prüfbescheinigung ist nicht vorgeschrieben. Manche Gesundheitsexperten warnen, Elektrostehroller seien im Stadtverkehr "hochgefährlich".

Die meisten Menschen in Deutschland stehen E-Scootern eher kritisch gegenüber. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov fand mehr als die Hälfte der Befragten die Zulassung auf Radwegen nicht gut:

  • 57 Prozent gaben an, dies "schlecht" oder "mittelmäßig" zu finden.
  • 38 Prozent antworteten dagegen mit "gut", "sehr gut" oder "ausgezeichnet";
  • 5 Prozent mit "weiß nicht/keine Angabe"

oka/dpa

insgesamt 118 Beiträge
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flopi3 29.06.2019
1. Hohe Strafen für Verstöße sind unerlässlich!
Ein gutes Miteinander von Auto, Roller, Rad und Fußgänger ist absolut möglich, wenn sich jeder an die geltenden Regeln hält. Und die gelten im Straßenverkehr nun wirklich für alle. Also ganz einfach jeden Verstoß ohne wenn und aber mit 500€ ahnden. Damit ist der Egoismus des Einzelnen (ich zuerst) sehr schnell in den Griff zu bekommen und mehr Kontrollen braucht es dann auch nicht. Allein die 500€ sind wirkungsvoll genug.
marclarsen 29.06.2019
2.
War doch klar, dass eine solche Meldung kommt. War nur Frage der Zeit...... Wenn man sich die Aggressivität der Menschen heut zu Tage ansieht....grad gestern wieder auf dem Supermarktparkplatz in kühlen Frühe...kann man nur mit dem Kopf schütteln. Dann sinf jetzt Weltverbesserer mit sauberem Strom unterwegs anstatt sich mal durch Bewegung und Anstregung abzureagieren. So wird das nichts!
123rumpel123 29.06.2019
3. lieber autofreie Innenstädte
Kein Platz? Kein Problem. Autofreie Innenstädte, ist kurzfristig machbar, und längst überfällig!
shechinah 29.06.2019
4. Wie wärs mit nem Führerschein?
Alle bisherigen Unfälle sind nicht passiert, weil Radwege zu schmal sind, sondern weil die Beteiligten das Gerät nicht beherrschen (in einen Lastwagen rein gefahren, vom Roller gefallen, unfähig auszuweichen). Vielleicht sollte man solche Leute erst nach einer bestandenen Führerscheinprüfung mit entsprechender Fahrpraxis auf die Straße lassen.
cph4 29.06.2019
5.
wieder abschaffen, so dolle sind die auch nicht für die umwelt(batterie)
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