Die zehn ...frechsten Nummernschild-Deutungen

Wer über die Kennzeichnung von Fahrzeugen liest, landet irgendwann bei nummerierten Streitwagen der alten Römer. Hierzulande sind daraus schwarz-weiße amtliche Kennzeichen geworden, deren Buchstaben oft frech bis unverschämt gedeutet werden - hier eine Auswahl.


Der Drang, Fahrzeuge allgemein erkenntlich zu machen, ist beinahe so alt wie die Fahrzeuge selbst. Eine Systematik kam allerdings erst vor rund 150 Jahren auf, als in einigen Orten in Deutschland damit begonnen wurde, Fahrräder mit Plaketten zu versehen, um nach Karambolagen die Drahtesel und ihre Fahrer besser identifizieren zu können. Mit dem Zeitalter der Automobile brach auch die große Zeit des Nummernschilds an. Bereits am 1. Oktober 1906 wurde eine einheitliche Kennzeichnungspflicht für Autos in den damals 26 Ländern des Deutschen Reichs eingeführt, die ein Jahr später verbindlich wurde.

Neues Kennzeichen: Das Foto zeigt das Prägen eines aktuellen Autokennzeichens
AP

Neues Kennzeichen: Das Foto zeigt das Prägen eines aktuellen Autokennzeichens

Seither also gilt der Grundsatz: Kein Auto ohne Nummernschild. Die Systematik der Kennzeichnung jedoch änderte sich mehrmals. Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhren Fahrzeuge auf dem Gebiet der späteren Bundesrepublik zunächst mit einem Kennzeichensystem der Besatzungsmächte. Die heute noch gebräuchliche Kennzeichnung mit - so heißt es offiziell - Unterscheidungszeichen (in der Regel das Kürzel des Zulassungsbezirks), Bindestrich und Erkennungsnummer (die Kombination aus ein oder zwei Buchstaben und einer mehrstelligen Zahl) wurde am 1. Juli 1956 eingeführt.

Ab da war es in Deutschland plötzlich möglich, die Herkunft des Fahrzeugs und damit seines Halters ziemlich genau zu erkennen. Und prompt wurde reagiert, wie meist reagiert wird, wenn es zu irgendwie gearteten Derbys kommt: Die Nachbarn werden verulkt. Autokennzeichnen eignen sich dabei besonders gut, denn die Orts- oder Landkreiskürzel lassen sich schnell und in nahezu jeder Richtung deuten. Vielleicht wird dieser lokale Bezug demnächst wegfallen, denn es gibt Überlegungen, das Kennzeichen dem Autofahrer zuzuordnen, der das Nummernschild dann ein Leben lang auf allen möglichen Fahrzeugen nutzen könnte. Bevor das passiert, hier zehn Abkürzungs-Verulkungen, auf die wir dann verzichten müssten:

  • LDK (Lahn-Dill-Kreis) = Land der Knallköppe

  • SHL (Suhl) = Sonntagsfahrer hält Lenkrad

  • HH (Hansestadt Hamburg) = Halbes Hirn

  • JEV (Jever) = Jeder ein Verrückter

  • AIC (Aichach) = Alarm im Cockpit

  • WHV (Wilhelmshaven) = Wir haben Vorfahrt

  • NVP (Nordvorpommern) = Nur volle Pulle

  • BS (Braunschweig) = Bald Schrott

  • HSK (Hochsauerlandkreis) = Hilfe sie kommen

  • WOB (Wolfsburg) = Wahnsinn ohne Bremse

jüp



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