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09. April 2018, 10:21 Uhr

Statt Auto

Arbeitnehmer steigen aufs Dienstfahrrad um

Seit dem Jahr 2012 sind Dienstfahrräder dem -wagen steuerlich gleichgestellt und werden immer beliebter. Für das Steuersparmodell kommen alle Bikes infrage - mit einer Ausnahme.

Seit die Finanzbehörden die Steuervorteile für Dienstwagen auf Fahrräder ausgeweitet haben, bieten immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern an, über die Firma günstig Fahrräder zu leasen. "Es ist ein attraktives Modell für Arbeitnehmer, die sich sonst vielleicht kein Fahrrad zugelegt hätten", sagt David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZI).

Arbeitnehmer, die bereits ein Fahrrad besitzen, nutzen so die Chance, sich ein teureres Rad anzuschaffen, als sie sich vielleicht privat zugelegt hätten. Außerdem können Mitarbeiter mit einem Dienstrad Steuern sparen - sollten vorher allerdings durchrechnen, ob sich das Firmenrad auch lohnt.

Ein-Prozent-Regelung gilt auch für Diensträder

Denn auch für das Dienstrad gilt der sogenannte geldwerte Vorteil durch den Arbeitnehmer, das Firmenrad auch privat nutzen zu dürfen. Hier gilt die Ein-Prozent-Regelung: Kostet ein Fahrrad mit dem vom Hersteller empfohlenen Preis 2000 Euro, wird der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung im Rahmen dieser Regelung mit 20 Euro veranschlagt, die dann nach dem individuellen Steuersatz versteuert werden. Anders als beim Dienstwagen muss der Arbeitsweg aber nicht beim Fiskus angegeben werden. Grundsätzlich kommen alle Fahrradtypen außer Pedelecs, die schneller als 45 km/h sind, als Dienstrad infrage.

Bundesweit dürfte es mittlerweile schon mehr als 200.000 geleaste Diensträder geben, schätzt Ulrich Prediger, Gründer des Freiburger Leasinganbieters Jobrad. Wie gefragt das Modell ist, erlebt auch der Zulieferer Bosch. Seit Mitte Februar können die bundesweit rund 100.000 Mitarbeiter über das Unternehmen Fahrräder und E-Bikes leasen. Bis Mitte März hätten mehr als 2200 Beschäftigte das Angebot wahrgenommen, teilte der Konzern mit. "Unser Leasingdienstleister hat uns bestätigt, dass das eine außerordentlich hohe Zahl für die ersten Wochen sei, zumal ja auch noch gar nicht wirklich Radfahrwetter war", sagte ein Sprecher.

ene/dpa

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